„Italienische Nacht“ mit Görner in Jülich

Von: René Blanche
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Nadia Singer bot mehr als nur das musikalische Beiwerk zum literarischen Programm, das Lutz Görner in der Schlosskapelle entfaltete. Foto: Blanche

Jülich. Obwohl die Tage merklich länger werden, brach am vergangenen Sonntag bereits gegen halb fünf die Nacht über die zahlreichen Gäste in der Schlosskapelle der Jülicher Zitadelle herein. „Eine italienische Nacht“, lautete der Titel des musikalisch-literarischen Programms, das der bekannte Rezitator Lutz Görner und die russische Pianistin Nadia Singer dem kulturaffinen Jülicher Publikum präsentierten.

Görner, der über 17 Jahre lang immer Sonntag morgens im TV-Format „Lyrik für alle“ zu sehen war, hatte mit Nadia Singer eine Partnerin an der Seite, die mit ihrem herausragenden Klavierspiel sofort die Herzen des Publikums gewann.

Anspruchsvolle wie hochemotionale Stücke der italienischen Komponisten Rossini, Bellini und Donizetti, aber auch von Franz Liszt spielte Singer mit einer Leidenschaft, die der „Italienischen Nacht“ alle Ehre machen sollten. Mit stürmischem Applaus bedankte sich das begeisterte Publikum nach jedem Stück bei der Pianistin, die bereits im Jahr 2012 den Internationalen Rachmaninov-Wettbewerb in Frankfurt gewann, der von der Darmstädter Rachmaninov-Gesellschaft initiiert wurde.

Erotische Geschichten

Zwischen den jeweiligen Stücken rezitierte Görner, passend zum musikalischen Programm, Auszüge aus Boccaccios erotischen Geschichten. Die Tatsache, dass Themen wie die Liebe, aber auch die Eifersucht, die Menschen von heute noch genau so beschäftigen wie die Menschen, die vor Hunderten von Jahren lebten, verlieh dem gelungenen Abend einen aktuellen Klang.

Bei der Zusammenstellung der Stücke sowie der Zitate hatte Lutz Görner einmal mehr einen solch guten Geschmack bewiesen, dass es den Gästen leicht fiel, sich spontan in die Welt der jeweiligen Komponisten sowie Dichter hineinzuversetzen.

Nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden in der Schlosskapelle ging eine „italienische Nacht“ zu Ende, deren rezitativen Beiträge, jedoch ganz besonders die musikalische Darbietung, die Herzen der Zuhörer berührte und selbige mitnahm auf eine romantische Reise in das Italien des 19. Jahrhunderts.

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