Internationale Strickkunst-Bewegung macht Station in Jülich

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Jülich. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag kleidete der Aktionskünstler und „Strickritter” GKni(gh)t die Figuren des Muttkrat-Brunnens auf dem Jülicher Schlossplatz karnevalistisch und dem Wetter entsprechend ein. Gerade rechtzeitig zum Karnevalsumzug des Jülicher Kengerzochs.

„Für mich haben die Bürger dieser Stadt mit dem Muttkrat-Brunnen deutlich ihren Humor bewiesen”, sagt der Strick-Künstler GKni(gh)t. „Diesen Humor nehme ich mit meiner Strick-Installation auf und hoffe, dass viel Bürger und Besucher dieser Stadt die Aktion mit einem Augenzwinkern betrachten können.” Denn es ist Karneval und da drehen sich bekanntlich die Verhältnisse um.

Mit dem Muttkrat-Brunnen hatte der Freundeskreis „El(l)ritzen” im vergangenen Jahr der Stadt Jülich ein großzügiges Geschenk gemacht. Zu den Füßen Jülicher Persönlichkeiten und unter dem Schutz der Göttin Minerva sitzen Muttkrate - Schlammkröten, wie gebürtige Jülicher bezeichnet werden. Damit haben sich die Jülicher liebevoll selbst ein Denkmal gesetzt.

Bereits zu Beginn der Karnevals-Session, in der Nacht auf den 11.November 2011 hatte Strickritter GKni(gh)t einer Kröte des Jülicher Brunnenensembles „zur Regimentsübernahme” die Komitee-Mütze aufgesetzt. „Für mich ist es ein besonderer Glücksfall, dass der Brunnen direkt an der Zugstrecke des Jülicher Karnevalsumzugs steht”, kommentiert GKni(ght) und damit war auch schnell der Termin für diese Strick-Aktion gefunden.

Guerilla-Stricken, auf Englisch Guerilla Knitting oder auch Urban Knitting genannt, ist eine internationale Straßenkunst-Bewegung, die ihren Ursprung in den USA hat. Mal ist es eine Mütze für einen Poller, mal ein Schal für eine Ampel. Oder es werden Telefonzellen, Fahrrädern oder Skulpturen neu „eingekleidet” - meist in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, daher Guerilla.

Deutschlandweit bekannt wurden die Aktionen der nordrhein-westfälischen Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck. So bestrickte sie in Velbert eine Trauerweide in bunten Farben. Ihr aktuelles Projekt „B-Arbeiten” vermittelt universelle menschliche Werte und ist mit 211 Werte-Bannern in 28 Ländern und 65 Städten vertreten.

GKni(gh)t - der Strickritter ist ein junger Künstler, der bereits in München und Aachen durch Aktionskunst wie „Im Spiegel des Alltags” oder „Kunst im Bad: Hommage an Beuys” auf seine Themen aufmerksam gemacht hat. Sein Anliegen ist es, durch ungewohnte Blicke mehr Bewusstsein für den Alltag zu schaffen. Und Karneval gehört in Jülich nun mal zum Alltag.
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