Linnich - Initiativkreis Asyl: Hilfe bei den kleinen Alltagsdingen

Initiativkreis Asyl: Hilfe bei den kleinen Alltagsdingen

Von: kr.
Letzte Aktualisierung:
9925977.jpg
In Linnicher Rathaus nahm der der neue Initiativkreis Asyl Linnich seine Arbeit auf. Foto: Kròl

Linnich. Die Flüchtlingssituation verschärft sich auch im Linnicher Stadtgebiet immer mehr. Deshalb wurde schon vor einem Monat am runden Tisch, der bereits in den 90er Jahren existierende Arbeitskreises Asyl reaktiviert. Die Interessengemeinschaft nennt sich nun Initiativkreis Asyl Linnich.

 Zur Auftaktveranstaltung im Linnicher Rathaus nahm der Initiativkreis erste Formen an und entwickelte erste Ideen, die er auch schon in Angriff nimmt.

Bürgermeister Wolfgang Witkopp und der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Sport, Generationen und Soziales, Stefan Wenders, hatten zur Veranstaltung eingeladen, zu der nicht nur Vertreter aller Fraktionen, sondern auch erfreulich viele Linnicher Bürger gekommen waren, um sich ehrenamtlich einzubringen. An der Seite von Sylvia Karger-Kämmling (Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes) bilden Gertrud Roeb, Marion Lahey, Dr. Sonja Bischof, Carola Ronge und Karl Lohmer eine Steuerungsgruppe, die im Team erste Vorschläge ausarbeiten sollen.

Man war sich darüber einig, dass es das wichtigste Anliegen sei, mit den Asylsuchenden ins Gespräch zu kommen, damit sie so ein wenig Anteilnahme am gesellschaftliche Leben erhalten. Hierzu soll eine Räumlichkeit für regelmäßige Treffen gefunden werden.

Es sind die kleinen Dinge, die zur Orientierung im Alltag nötig sind, wie Begleitung bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Wichtig ist es auch, sprachliche Barrieren zu überbrücken. So kann es schon fürs Erste helfen, wenn die Flüchtlinge ein paar Brocken Deutsch erlernen. Außerdem wurde angedacht, Patenschaften ins Leben zu rufen. Fast alle Asylsuchenden im Stadtgebiet haben ein Fahrrad, aber die wenigsten können einen Fahrradschlauch flicken. Hier möchte die Gruppe helfen und vielleicht eine Fahrradwerkstatt organisieren, wo unter Anleitung kleine Reparaturen vorgenommen werden.

Die aktuelle Situation

Auch das Thema Verkehrssicherheit wurde angeschnitten und erste Schritte in dieser Hinsicht angedacht. Zuvor legte Stefan Helm von der Verwaltung Linnich, anhand einer Präsentation die Situation im Stadtgebiet dar. Aktuell leben dort 137 asylbegehrende Menschen, die aus zahlreichen Ländern von Marokko über Eritrea bis Bangladesch stammen.

Allein 90 von ihnen wohnen zurzeit im Übergangswohnheim Linnich-Gevenich oder in städtischen Eigenimmobilien. Helm legte die vielfältigen Aufgaben der Stadt dar, aber auch die Bereiche, bei denen der Initiativkreis Asyl helfen kann. „Die Hilfesuchenden haben oft nicht mehr als eine Plastiktüte dabei, wenn sie hier ankommen. Hier ist neben Soforthilfe der Dialog mit den Menschen im persönlichen Kontakt zueinander wichtiger denn je“, betonte Helm.

Der Asylbeauftragte der Stadt erklärte, dass verschiedene Prognosen darauf hindeuten, dass im Jahr 2015 bundesweit mit 300.000 bis 500.000 Asylantragstellern zu rechnen ist. Davon entfallen ca. 22 Prozent auf Nordrhein-Westfalen.

„Meine Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch, wir brauchen Unterstützung durch Ehrenamtliche“, sagte Bürgermeister Wolfgang Witkopp angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen. Er zeigte sich aber auch erfreut, dass an diesem Abend die ersten konstruktiven Schritte getan wurden, dass eine eigenständige Initiative die Asylsuchenden sinnvoll und notwendig unterstützen will.

Im Kreis der Anwesenden begrüßte er zu Beginn neben Sylvia Karger-Kämmling, Freya Lüdeke (Hilfe für Flüchtlinge im Kirchenkreis Jülich) und Sybille Haußmann (Kommunales Integrationszentrum Kreis Düren) Pfarrerin Wiebke Harbeck und die Vertreter des Rates der Stadt Linnich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert