Infoabend des St. Josef-Krankenhauses Linnich zur Herzschwäche

Von: Kr.
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Gut besucht war der Infoabend des St. Josef Krankenhaus zum Thema Herzschwäche im Rathaussaal. Foto: Kròl

Linnich. Etwa zwei bis drei Millionen Menschen in der Bundesrepublik leiden an einem schwachen Herzen. Ihre Zahl ist mit zunehmendem Alter steigend. Ein schwaches Herz ist der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt, und etwa 50.000 Menschen sterben jährlich daran.

Aufklärung tut also not, zumal eine Herzschwäche heute gut behandelt werden kann und mit den entsprechenden Medikamenten das Leben der Patienten deutlich verlängert werden kann bei guter Lebensqualität. Das St. Josef Krankenhaus in Linnich hatte daher gemeinsam mit der AOK zu einer Informationsveranstaltung in den Linnicher Rathaussaal eingeladen, wo mit Dr. Gerhard Mertes, Dr. Achim Fritz und Volker Braun drei Spezialisten zur Verfügung standen, die sich mit Diagnose und Behandlung der Herzinsuffizienz sowie der Nierenschwäche bestens auskennen.

Volker Braun, Oberarzt der Inneren Medizin am Linnicher Krankenhaus, stellte zunächst die Symptome einer Herzschwäche vor. Es beginnt meist mit Atemnot bei Belastung, einer verminderten Leistungsfähigkeit und Müdigkeit. Später kommt es zu Atemnot bei geringer Belastung oder sogar in Ruhe sowie zur Ansammlung von Wasser im Körper.

Vier Stufen der Herzinsuffizienz kennt der Arzt, doch sie sind nicht die eigentliche Erkrankung, sondern gehen auf verschiedene Herzerkrankungen zurück, vom Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, entzündliche Herzkrankheiten, angeborem Herzfehler und vielem mehr.

„Eine Herzschwäche wird oft zu spät festgestellt. Doch je eher sie diagnostiziert wird, desto besser lässt sie sich therapieren“, erklärte der Mediziner und warnte: „Eine akute Herzschwäche ist ein absoluter Notfall. Deshalb müssen sie sofort den Notarzt verständigen.“

Über verschiedene Therapieformen, die bei der Beseitigung der Ursachen beginnt bis hin zum Herzschrittmacher, einem künstlichen Herzen oder einer Herztransplantation, berichtete Dr. Gehard Mertes, ärztlicher Direktor und Chefarzt in Linnich. „Viele von Ihnen, die hier sitzen, kennen ich, und ich kann Ihnen sagen: Wären sie 30 Jahre früher geboren, hätten Sie nicht überlebt.“ In den vergangenen Jahren habe die Medizin große Fortschritte in der Behandlung der Herzschwäche gemacht, verriet er. So stellte er Medikamente vor, die Patienten ein gutes Leben mit Herzschwäche ermöglichten. Dazu gehöre auch eine gesunde Lebensweise und Ernährung mit wenig Kochsalz, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Bewegung. „Ausdauersport ist für den Patienten wichtig“, betonte er.

Das betonte auch Dr. Achim Fritz, leitender Arzt der Nephrologie, denn Herz und Nierenschwäche greifen oft ineinander über. „30 bis 50 Prozent der Herzschwäche führt auch zur Nierenschwäche und umgekehrt. Es ist ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.“ Er ging auf diverse Medikamente ein und riet Betroffenen zur kochsalzreduzierten Kost, eine an den Ausscheidungen angepasste Trinkmenge und einer täglichen Gewichtskontrolle, um so Wasseransammlungen im Körper schnell zu erkennen. Abschließend stellte er noch die verschiedenen Dialyseverfahren vor, wenn die Nieren nicht mehr medikamentös zu behandeln sind.

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