Industrie, Gewerbe, Wohnraum auf altem Zuckerfabrikgelände?

Von: hfs.
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Das Verwaltungsgebäude der früheren Zuckerfabrik Ameln: Drumherum soll es Gewerbe-, Industrie- und Wohnbauflächen geben. Foto: hfs.

Titz. Folgt der Titzer Rat am kommenden Donnerstag der Empfehlung des Fachausschusses, steht der Ortschaft Ameln eine Art „Facelifting“ bevor. Das gilt jedenfalls am Ortseingang aus Richtung Titz, wo linker Hand das riesige ehemalige Zuckerfabriksgelände einen Dornröschenschlaf fristet.

Es soll buchstäblich wachgeküsst werden, wenn Planungen in der Gemeinde Titz Realität werden.

Ist-Zustand: Der Gelb gestrichene ehemalige Verwaltungssitz der Amelner Zuckerfabrik steht wie eine Trutzburg auf dem Riesenareal. Davor eine Teerfläche mit vielen Wagenladungen abgeschütteter Steinbrocken, dahinter ein fünf bis sechs Meter hoher Erdwall, Erdreste von den damals angelieferten Rüben. „Ein trostloser Eingang für unser Dorf“, stellte Ortsvorsteher Hans-Willi Gilles fest, als ein Planungsbüro aus Erkelenz die Möglichkeiten zur völligen Neugestaltung des Gewerbegebietes dem Ausschuss vorgestellt hatte.

Danach gliedert sich die nun geplante Änderung des Flächennutzungsplanes im Wesentlichen in drei Änderungsbereiche. Im nördlichen Teilbereich soll das bisher als Sondergebiet ausgewiesene „Auflandebecken“ der ehemaligen Zuckerfabrik rekultiviert werden. Der mittlere Bereich – in den geltenden Plänen als Fläche für die Landwirtschaft geführt – soll in eine „gewerbliche Fläche“ umgewandelt werden.

Dadurch, so die Planer, ergebe sich unter anderem die Möglichkeit, die sich derzeit im nördlichen Bereich befindliche Industrieanlage hierhin zu verlagern. „Dadurch schaffen wir zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten für bereits ansässige Unternehmen“, erläuterte Bürgermeister Jürgen Frantzen. Er informierte, dass die Gemeinde mit dem Eigentümer eines Großteils der Fläche in kon­struktiven und guten Gesprächen mit Blick auf die weitere Nutzung stehe.

Der südliche und dritte Bereich könnte künftig als „Industriegebiet“ im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden. Das ermögliche eine größere Flexibilität bei der Ausgestaltung.

Bezogen auf das „Facelifting“ am Amelner Ortseingang ist das von Bedeutung: Entlang der Prämienstraße soll in Verbindung mit dem bereits bestehenden Mischgebieten ein weiteres „Mischgebiet“ als Übergang zwischen Gewerbe- und Wohnnutzung entstehen. Das bedeutet für das Dorf, dass hier neuer Wohnraum sowie Bauflächen für kleineres Gewerbe geschaffen würden.

Parallel soll der Bebauungsplan geändert werden. Entlang der Prämienstraße – hier stehen rund 7000 Quadratmeter zur Verfügung – könnten Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Und dahinter verläuft das rund 11.000 Quadratmeter große neue Gewerbegebiet.

Ob das tatsächlich, wie vorgeschlagen, über die Bahnstraße angeschlossen wird, scheint fraglich. Denn der Ausschuss folgte dem Antrag der CDU, die noch vor der Offenlage der Pläne ein alternatives Verkehrsführungskonzept in Auftrag geben will. Dadurch könnte zum Beispiel der rund drei Monate im Jahr andauernde Verkehr der Möhren- und Kartoffellaster, der bisher über die Prämienstraße rollt und die Nerven der Anwohner strapaziert, aus Ameln herausgehalten werden.

„Für diese Lösung werde ich kämpfen wie ein Löwe“, bemerkte Gilles. Er stimmte wie die anderen SPD-Mitglieder für den Antrag der Christdemokraten, dem sich auch W.I.R., Bündnisgrüne und FDP anschlossen. Bevor jedoch die ersten Bagger anrollen, dürften laut Bürgermeister mehr als neun Monate für Planung und Offenlage ins Land gehen.

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