„Indigo Masala“: Drei Musiker und ihre exotische Klangwelt

Von: ptj
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„Indigo Masala“ verzauberten mit exotischen Klängen im KuBa: (V.l.) Arun Leander am Bajan (russisches Knopflochakkordeon), Percussionist Ravi Srinivasan und Sitar-Spieler Yogendra. Foto: Jagodzinska

Jülich. Die Tür in eine verzaubernde musikalische Welt öffnete „Indigo Masala“ einem begeisterten Publikum im Jülicher KuBa. Veranstalter des mitreißenden Konzerts waren die Vereine „Kultur ohne Grenzen“ und „Kultur im Bahnhof“.

„Masala“ bezeichnete die verschiedenen Gewürzmischungen des indischen Currys und war somit ein passender Name für das indisch/englisch-griechisch-deutsche Trio und die Zusammensetzung der bunt gemischten Musik, in der jeder Titel seinen ganz eigenen Stil aufwies.

Als locker/witziger Entertainer erwies sich der moderierende Percussionist Ravi Srinivasan, der kaum sichtbar auf einer Cajon hinter seinem Tabla-Trommelpaar, dem afrikanischen Schlagtopf „Udu“, einigen Becken und einem präparierten Teekessel Platz genommen hatte, womit er einen wahren Klangteppich herbeizauberte. Damit nicht genug, ließ der Vollblutmusiker klangvolle Trommelwirbel abwechselnd mit seinen Fingern auf seinen aufgeblähten Wangen und mit Klapper-Ringen auf Brust und Bauch ertönen.

Srinivasan harmonierte hervorragend mit Sitarspieler Yogendra, der auf seiner nordindischen Langhalslaute den typisch psychedelisch sirrenden Klang erzeugte, und Bajan-Spieler Arun Leander. Dieser vollendete mit Grooves, Riffs und Basslinien auf seinem russischen Knopfakkordeon den exzellent arrangierten exotischen Sound, der musikalisch von Indien über Europa bis nach Südamerika reichte. Zarte meditative Klänge wechselten mit kurzen rhythmischen Sequenzen, gewürzt mit einer Prise Jazz. Der Gesang, zumeist nur einzelne Wörter oder eine Kombination von Lauten, betonte effektvoll den singenden Klang der Sitar.

Das Trio startete mit „Dark Cloud“, der dunklen Monsunwolke, um sich im Anschluss „Big Gods and Little Animals“, großen Göttern und kleinen Tieren aus der indischen Mythologie zu widmen, die „immer zu kurz kommen“. Der nächste Titel war türkisch: „Imam Bayildi“ (Der Imam fiel in Ohnmacht). In „New Moon“ weinte die Sitar besonders eindrucksvoll, dann gestaltete sich die Melodie wilder und dissonanter, ungewöhnliche Schwingungen mit dem Teekessel verstärkten die Exotik des Stücks.

„Wow, toll, unglaublich“, solcherlei Kommentare waren immer wieder aus dem Publikum zu hören. Wie ein Vogel im Urwald pfeifend, begleitet vom sanften Klopfen auf seiner Udu, leitete Srinivasan das nächste Stück ein, „Koelia“. In dem außergewöhnlichen Arrangement ruft ein junges Mädchen in einer Liebesgesichte einen Vogel.

Mit dem jazzig/rockigen „Al Garcia“ führte die Musik wieder Richtung Europa, hier verstärkten Klatschrhythmen der Musiker das Trommeln auf Tabla und Udu. Mit „Birds in Bopal“ waren, wie Srinivasan erklärte, nicht etwa Vögel in der Stadt Bhopal gemeint, sondern die „pentatonische Tonfolge“ oder Fünftonmusik. Ihr schwebender Klang und ihre ruhige Ausstrahlung versetzte die Gefühlswelt der Zuhörer indes wieder zurück nach Ostasien. Ein donnernder Applaus belohnte das hervorragend und mit viel Spielfreude interpretierte Konzert.

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