Inden - Indener Wohnraum für Flüchtlinge so gut wie aufgebraucht

Indener Wohnraum für Flüchtlinge so gut wie aufgebraucht

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Integration schwierig: Die doppelstöckigen Container in Inden/Altdorf stehen abgelegen am Ortsrand. Sie kosten die Gemeinde Inden rund 140 000 Euro pro Jahr. Foto: Jansen

Inden. Inden hat fast keinen Platz mehr für Flüchtlinge und Asylbewerber. „Auf dem Wohnungsmarkt finden wir so gut wie gar nichts mehr“, sagte Gisela Wacker vom Sozialamt in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kultur-Ausschusses.

Das ist ein Problem, weil Wacker mittelfristig wenigstens mit 40 neuen Flüchtlingen rechnet, die die Gemeinde mit einem Dach über dem Kopf versorgen muss. Dazu kommt, dass einige der vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten absehbar nicht mehr genutzt werden dürfen.

Das gilt in erster Linie für den doppelstöckigen Container am Ortsrand Inden/Altdorf, in dem Männer untergebracht sind. Aufgestellt wurden die Container im Sommer 2015. Im August läuft die Ausnahmegenehmigung nach drei Jahren aus. „Der ist ohnehin keine Dauerlösung“, sagte Wacker. Schließlich entsprechen sie nicht der geltenden Energiesparverordnung. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Wacker, dass sie froh wäre, wenn bald eine bessere Lösung gefunden werden könnte. Der Container kostet die Gemeinde jährlich 90.000 Euro Miete plus 50.000 Euro Betriebskosten.

Nach Informationen unserer Zeitung sind zudem soziale Kontrolle und Hygiene aufgrund der Randlage schon länger ein Problem an diesem Standort. Wer dort ein- und ausgeht und wie lange dort gemeldete Männer abwesend sind, ist schwer nachvollziehbar. Im Ausschuss wurde jetzt diskutiert, ob es die Möglichkeit gebe, die Ausnahmegenehmigung zu verlängern. Das sei theoretisch denkbar, erklärte Regina Dechering vom Bauamt. Seitens der Verwaltung gab es nach der Wortmeldung des Grünen-Ratsherrn Siegfried Goncz keinen Widerspruch. „Diese Notunterkunft ist aus menschlicher Sicht verwerflich. Eine Verlängerung wäre völlig falsch“, sagte Goncz.

Bau eines Mehrfamilienhauses

Bürgermeister Jörn Langefeld, der in der Sitzung nicht anwesend war, hatte in einer früheren Sitzung beantragt, dass man ihm freie Hand beim Lösen der Unterbringungsprobleme zuspricht. Die Politik hatte ihm das verweigert. Langefeld befürwortet schon lange den Bau eines Mehrfamilienhauses in Schophoven, für die UDB-Fraktion machte sich Sprecher Herbert Schlächter auf der jüngsten Sitzung noch einmal stark für diese Lösung. „Wir sollten einen Vergleich anstellen zwischen dem Geld, das uns die Container seit über zwei Jahren kosten, und den Baukosten“, sagte Schlächter, der noch hinzufügte, dass ein Mehrfamilienhaus die Perspektive einer Folgenutzung mit sich bringe.

Josef-Johann Schmitz (SPD) forderte daraufhin, dass der Bürgermeister offen legen sollte, welche Pläne er mit freier Hand hätte verfolgen wollen. „Es nutzt nichts, dass wir im luftleeren Raum diskutieren. Wir brauchen gut vorbereitete Zahlen.“

Aktueller Stand in Inden: Die Gemeinde versorgt rund 180 Flüchtlinge und Asylbewerber, derzeit sind für Neuankömmlinge noch sechs Plätze frei.

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