Indener Waffenstillstand übersteht den ersten Härtetest

Von: Guido Jansen
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Zuletzt ein Ort des Dauerstreits, jetzt ist Besserung in Sicht: der Indener Ratssaal von außen. Foto: Guido Jansen

Inden. Es gibt immer noch ein Aber in Inden. Aber dieses Aber klingt nach Normalität, verglichen mit dem, was im vergangenen halben Jahr in der Indener Ratspolitik passiert ist. „Wir hatten ein konstruktives Gespräch und haben uns angenähert“, fasste Rudi Görke, der SPD-Fraktionsvorsitzende, das erste Gespräch nach dem vereinbarten Waffenstillstand zwischen den Parteien und Bürgermeister Jörn Langefeld zusammen.

Und dann schob er das Aber hinter. „Aber wir können jetzt nicht erwarten, dass wir alle Indener Probleme auf einmal lösen.“ Inden hat Probleme, die nichts mit dem Streit der großen Egos in den vergangenen Monaten zu tun haben.

Nach dem Gespräch zwischen den Fraktionsspitzen von CDU, SPD, der UDB und den Grünen sowie Langefeld zeichnet sich ab, dass jetzt die wirklichen Probleme ins Blickfeld geraten, deren Lösung mit dem Streit ins Hintertreffen geraten war. Das ist der defizitäre Haushalt, der im Zuge des Haushaltssicherungskonzeptes bis 2022 geradegebogen werden muss. Eine Führungsposition im Rathaus muss neu besetzt werden.

Echte Probleme angehen

Die gute Nachricht scheint zu sein, dass alle gewillt sind, den Neustart zu schaffen. Alle fünf Teilnehmer des Gesprächs berichteten von einer konstruktiven Stimmung, in der es möglich gewesen sei, kontrovers zu diskutieren.

„Ich habe die Hoffnung, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Herbert Schlächter (UDB). Langefeld, Görke, Hella Rehfisch (Grüne) und Udo Mürkens (CDU) bestätigten das. Der Waffenstillstand scheint zu halten. „Wenn die Sachen eingehalten werden, die alle zugesagt haben, dann können wir die echten Probleme angehen, die es in Inden gibt“, sagte Görke.

Kurzfristig muss in Inden ein Nachfolger für den in den Ruhestand gegangenen Hauptamtsleiter Heinrich Unterberger her. Trotz unterschiedlicher Auffassungen, wie die Stelle besetzt werden soll, haben die fünf Gesprächspartner sich auf einen gemeinsamen Weg geeinigt. Das schien vor zwei Wochen noch fast unvorstellbar zu sein. 15 Bewerber hat es auf die ausgeschriebene Stelle gegeben. Ein Teil kommt nicht in Betracht, weil er keine entsprechende Beamten-Laufbahn vorzuweisen hat.

Langefeld hat die Unterlagen der übriggebliebenen Kandidaten an die Fraktionen gegeben. Die tagen in der kommenden Woche, jede Fraktion soll dann ein oder zwei Wunsch-Kandidaten nennen. Die mit den meisten Nennungen werden zu einer Hauptausschusssitzung Mitte Mai geladen, um sich vorzustellen. Danach soll der Rat vermutlich Anfang Juni entscheiden, wer den Zuschlag erhält.

Die Möglichkeit, dass die Stelle einen neuen Zuschnitt erhält und mit einem Beigeordneten besetzt wird, ist noch nicht ganz vom Tisch. Die Forderung stammt ursprünglich aus der großen Koalition von CDU und SPD. „Ich bin zwar dagegen. Aber wenn die Ratsmehrheit dafür ist, dann werden wir das verfolgen“, sagte Langefeld. Neben dem Bürgermeister ist die UDB laut Schlächter dagegen, bei den Grünen, der SPD und der CDU gibt es Diskussionsbedarf, für den nächste Woche Zeit ist.

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