Titz - In Titzer Kirche: Vokalensemble „Vivat” aus St. Petersburg begeistert

In Titzer Kirche: Vokalensemble „Vivat” aus St. Petersburg begeistert

Von: ptj
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Russisches Quartett erntet ste
Russisches Quartett erntet stehende Ovationen für ein Konzert von außergewönlicher Güte. Foto: Jagodzinska

Titz. Mit stehenden Ovationen belohnt wurde die melodische Schönheit russischer Männerstimmen auf höchstem Niveau in der Titzer Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. Trotz sommerlicher Hitze waren zahlreiche Liebhaber der Chormusik von Nah und Fern ins Titzer Gotteshaus gekommen und warteten ungeduldig auf den Konzertbeginn.

Zur Einstimmung auf das hochkarätige Vokalensemble „Vivat” hatte der beliebte Titzer Singkreis „Pro Musica”, verstärkt durch fünf Flötistinnen im Chorraum Aufstellung genommen. „Waade die op die Russe oder worup waade die?”, raunte eine ältere Dame erwartungsfroh und wurde bereits Sekunden später aus ihrer Unruhe erlöst.

Mit frisch-freudigen, nachdenklichen, aber auch romantischen Gesängen und Flötentönen starteten „Pro Musica” und Begleitorchester ihre Einstimmung auf das außergewöhnliche Ereignis in gewohnt guter Qualität. Die Stücke „Irish Blessing” und „Moskauer Nächte” umrahmten ihr deutsch- und englischsprachiges Programm, wobei letzteres am meisten beklatscht wurde.

Die Spannung stieg, als der Gründer und künstlerische Leiter, der russische Bariton Victor Stupnev, sein Quartett „Vivat” vorstellte. Mit ihm interpretierten ein erster und ein zweiter Tenor und ein Bass das höchst anspruchsvolle Repertoire, das mit einem wahren Gotteslob begann: „Verkündigung des Herrn” oder „Lobet den Namen des Herrn”, übersetzte Stupnev die Namen der Werke aus dem Russischen.

Anders als in einem herkömmlichen Gottesdienst herrschte allerdings während des gesamten Konzertteils andächtige Stille im Gotteshaus. Hochkonzentriert und leicht nach vorne gebeugt verfolgten die Kirchenbesucher die brillanten Stimmen der Absolventen des berühmten St. Petersburger Konservatoriums, die in seltener Klarheit erklangen.

Mit besonderer Hingabe schien das Chorkonzert „Te Deum” von Dimitri Bortnianski zu Gehör gebracht, das in raumgreifender Klangfülle erschall. Als ein Klangteppich aus sich steigernden Lautstärken mit tiefen Bässen im Ausklang gestaltete sich das donnernd beklatschte „Freue dich, Mutter Gottes” von Sergeij Rachmaninoff.

Gleichermaßen begeistert wurde die zweite Konzerthälfte aufgenommen, die russischen Volksliedern gewidmet war. Kurz und schwungvoll kam die Weise „Im Wäldchen gibt es viele, viele Mücken” daher. Ein „Zungenbrecher” war das Stück „Birkenzweige” mit aufeinanderfolgendem Einsatz der herrlichen Stimmen. „Barnie”, die „gerne tanzt, gerne isst und gerne liebt”, trugen die a capella-Meistersänger selbst in tänzerischer Begeisterung vor.

Sehr beliebt waren auch Stücke mit einem Solisten und einer Begleitung der übrigen Stimmen mit frappierenden Laut-Imitationen. Dazu zählten das bekannte georgische Lied „Suliko” oder das nicht minder berühmte „Die zwölf Räuber”, über deren Inhalt Stupnev stets vorab informierte.

Als der russische Tenor die „Abendglocke” engelsgleich erklingen ließ, erhoben sich die Leute von ihrem Plätzen, um den verdienten Applaus zu spenden. Das letzte Lied handelte von einem „Scherz”, wie Stupnev lachend erklärte. In ansteckender Vorfreude erzählte er von zwei Brüdern, die in St. Petersburg ein Boot kaufen, es zu Wasser lassen und nass werden, weil das Boot leckt.

Nach den stehenden Ovationen der Zuschauer war natürlich noch nicht der letzte Ton erklungen. Gerne spendeten die Besucher im Anschluss für die einzige Intensivstation für Neugeborene am Städtischen Kinderkrankenhaus St. Petersburg, „Svjatogo Nikolaja Tschudotvorza” (St. Nikolaj-Wundertäter), kauften CDs und Ikonen der russisch-orthodoxen Kirche.
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