In Titz sterben die letzten Telefonzellen

Von: hfs.
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Die Telefonzelle in Ameln gehört bald der Vergangenheit an. Sie wird, wie an zwei anderen Standorten im Gemeindegebiet auch, bald verschwunden sein. Foto: hfs.

Titz. Unterwegs mit dem Handy zu telefonieren ist zur Gewohnheit geworden. Dennoch gibt es Situationen, in denen man auf ein öffentliches Telefon zurückgreifen muss. Wenn zum Beispiel in Gebäuden oder in U-Bahn-Stationen keine Verbindung zum Netz des Mobilfunkbetriebes existiert. Dann bieten öffentliche Fernsprecher die einzige Möglichkeit zu telefonieren. Doch die Suche nach einer öffentlichen Telefonzelle gestaltet sich oft nicht nur schwierig, sondern fast unmöglich. Denn die Deutsche Telekom demontiert seit Jahren bundesweit die „gelben Häuschen“. Wie nun auch in der Gemeinde Titz, wo die letzten drei Telefonhäuschen verschwinden.

„Die Mitteilung wird zur Kenntnis genommen“, hieß es nun im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt. Es ging um die kurze Mitteilung, dass die Telekom Deutschland der Verwaltung mitgeteilt habe, dass sie nicht mehr benötigte Telefonstellen im Gemeindegebiet abbauen möchte. Betroffen davon sind die Telefonstellen auf der Grevenbroicher Straße in Jackerath, auf der Prämienstraße in Ameln und am Platz in Rödingen.

Damit gehören diese drei Standorte dann zu den rund 18.000, die in den vergangenen drei Jahren in Deutschland abgeschafft wurden. Gab es vor zehn Jahren noch rund 110.000 öffentliche Fernsprecher im Land, sind es heute noch etwa 30.000. Tendenz fallend, denn laut Telekom geht der Abbau unter anderem mit dem schnellen technologischen Fortschritt im Bereich der öffentlichen Telefonie einher. „Der hohe Zuwachs im Mobilfunk führt dazu, dass die öffentlichen Telefone in Titz nur einen sehr geringen Umsatz erzielen“, teilte Jürgen Frantzen als Bürgermeister der Gemeinde jetzt den Ausschussmitgliedern mit.

Da sich zudem die bei einer notwendigen Auswechslung der Geräte erforderlichen Investitionskosten nicht rechnen würden, wird der Abbau der nicht mehr benötigten Telefonstellen nun auch in der Gemeinde Titz vorangetrieben. Auf Anfrage teilte die Telekom in Bonn mit, dass „überall dort, wo es auch wirtschaftlich Sinn macht, die öffentlichen Fernsprecher erhalten bleiben“. So zum Beispiel an Bahnhöfen oder Flughäfen. So entscheidet dann der Umsatz über den Verbleib der Telefonzellen. Unwirtschaftlich wird der Betrieb, wenn der Umsatz im Monat weniger als 50 Euro beträgt.

Dann, so argumentiert man beim Netzbetreiber, sei der „Umsatz ein klares Indiz dafür, dass in der Bevölkerung der Wunsch nach einer Grundversorgung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr besteht“. Doch bevor die Telekom die Telefonhäuschen verschwinden lässt, kontaktiert sie die Kommunen. Die Telekom ist nach dem Telekommunikationsgesetz verpflichtet, eine Grundversorgung mit öffentlichen Telefonen zu gewährleisten. Da aufgrund der hohen Verbreitung von Handys und Festnetztelefonen die Bedeutung der Telefonzellen abgenommen hat, darf Telekom die Anzahl verringern. Wird so ein öffentliches Telefon wenig genutzt und stimmt die Gemeinde zu, kann der Betreiber die „gelbe Zelle“ abbauen. Wie nun in Titz.

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