In Linnich wird eine gewisse Aufbruchstimmung spürbar

Von: Kr.
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Gute Arbeit wurde dem Vorstand der Werbegemeinschaft Linnich von den Vereinsmitgliedern bestätigt. Rudi Venrath (2. v. r.) ist bei der Jahreshauptversammlung als Vorsitzender einstimmig wiedergewählt worden. Foto: Krol

Linnich. Die üblichen Regularien wie Verlesung der Geschäftsberichte und Neuwahlen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Linnich im Café Jedermann eher zur Nebensache, denn ein wichtiges Thema, das schon seit über einem Jahr die Linnicher Bürger bewegt, stand im Mittelpunkt dieser Versammlung.

Jan Siebenmorgen von der Planungsgruppe MWM und damit zuständig für das Integrierte Handlungskonzept – kurz IHK – in Linnich, hatte der Vorstand eingeladen, um über den aktuellen Stand der Dinge zu berichten.

Ob Bürger, Rat und Verwaltung oder Geschäftsleute, man ist sich einig, dass in Linnich dringend etwas passieren muss. Mehrmals hat man sich in unterschiedlichsten Gremien getroffen, um das IHK auf den Weg zu bringen und im Dezember hat der Stadtrat beschlossen, den Vorschlägen zu folgen und Förderanträge im Rahmen des IHK zu stellen. (wir berichteten).

Im Sommer soll die mit Spannung erwartete Entscheidung fallen. Erst dann kann auch mit den Arbeiten begonnen werden. Doch die Planungen laufen auf Hochtouren weiter. Nach wie vor nimmt das Planungsbüro Vorschläge und Ideen auch aus der Bevölkerung entgegen.

Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, die wie zahlreiche Linnicher Bürger als Gast an der Versammlung teilnahm, erklärte, dass sie nach wie vor viele Gespräche in dieser Sache führe. Wenn die Bewilligung kommt, wofür Siebenmorgen gute Chancen sieht, werde mit der Neugestaltung der Rurstraße begonnen. Zwischen Rurbrücke und Kreisel soll Linnichs „Neue Mitte“ unter Einbeziehung des Place de Lesquin und dem Platz vor dem Hausarztzentrum begonnen werden.

Große Fortschritte machten die Gespräche mit Investoren. Angedacht ist beispielsweise dort ein Inklusionshotel oder eine Mehrgenerationenwohnanlage. „Das Interesse in Linnich etwas zu bewegen ist da. Viele, die aus der Stadt weggegangen sind, bekunden ihr Interesse, wieder zurück zu kommen. Die ganze Sache nimmt ordentlich Fahrt auf“, bestätigte Schunck-Zenker eine gewisse Aufbruchstimmung. „Wenn nur ein Bruchteil von dem, was zurzeit im Gespräch ist, funktioniert, sind wir auf dem richtigen Weg.“

Siebenmorgen erinnerte vor allem die Kaufleute daran, dass jeder zweite Euro an Kaufkraft nicht in Linnich ausgegeben werde. Das müsse sich ändern. So müssten die Ortschaften stärker an die Kernstadt angebunden werden. „Bunt im Verbund“ müsse der Slogan für die nächsten Jahre heißen. Er erklärte zudem, dass ein so genannter „City-Manager“ für Linnich eingestellt werden solle, der das ganze Verfahren kreativ begleite. Abschließend sagte er: „Wir sind mit den Planungen noch lange nicht am Ende. Eins kommt da immer zum anderen. Wir werden Schritt für Schritt weitergehen und weiterplanen“.

Natürlich kamen auch zahlreiche kritische Fragen von Seiten der Kaufleute, die ein weiteres Abwandern der Kunden befürchten, falls Parkplätze wegfallen und Umwege gefahren werden müssten. Dem entgegen setzte Siebenmorgen die Idee von einer lebendigen Stadt, in die die Menschen wieder gerne kommen und sich auch aufhalten möchten.

Bei der anschließenden Jahreshauptversammlung war ein weiteres wichtiges Thema, die Absage des Stadtfestes mit Autoschau. Nur etwa 20 Schausteller und Händler seien gefunden worden und nur zehn Vereine hätten eine Teilnahme zugesagt. „Das war einfach zu wenig“, sagte Vorsitzender Rudi Venrath. Um nicht draufzuzahlen, habe man schweren Herzen das Fest abgesagt. Daraufhin hätten auch sieben der zwölf Autohändler, die an der Autoschau teilnehmen wollten, ihre Zusage zurückgezogen. Dafür, so Venrath, werde das Gewerbefest im Ganzbruch am 27. und 28. August größer gefeiert. Er berichtete außerdem von den Aktivitäten des vergangenen Jahres.

Da waren neben dem Stadtfest 2015 die Teilnahme an der Kindermeile und die Aktion Lichterglanz. Hier sieht der Vorsitzende weiteren Handlungsbedarf und bat um Vorschläge zur Verbesserung der vorweihnachtlichen Aktion. Die Weihnachtsbeleuchtung, die sehr gut bei Besuchern der Stadt ankommt, soll erweitert werden. Gerne würde der Vorsitzende den Stammtisch der Werbegemeinschaft wiederbeleben. Kritisch merkte Venrath, der zuvor einstimmig im Amt bestätigt worden war, an, dass die Arbeit innerhalb der WG auf nur wenigen Schultern ruhe und der Vorstand dringend Unterstützung brauche.

Finanzielle sieht es gut im Verein aus. Kassierer Josef Nobis bestätigten die Kassenprüfer eine einwandfreie Arbeit. Er hatte so gut gewirtschaftete, dass die WG in diesem Jahr wieder Geld für Vereine ausschütten kann, die sich speziell in der Jugendarbeit hervor tun. Weiterhin wählte die Versammlung Holger Kremer und Maria Lenzen als Beisitzer in den Vorstand.

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