Linnich - In Linnich sind Gewerbeflächen echte Mangelware

In Linnich sind Gewerbeflächen echte Mangelware

Von: ojo
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Das Gewerbegebiet Im Gansbruch ist ausgebucht. Die komplette Fläche ist belegt oder verplant. Foto: Jonel

Linnich. Die städtische Gewerbefläche ist komplett vermarktet. Eigentlich ist das eine gute Nachricht, bedeutet sie doch, dass auf jedem Gewerbegrundstück auch gearbeitet, produziert oder gelagert wird, wovon auch die Stadt etwas hat - über die Gewerbesteuer.

Dennoch hätten diese Feststellung der Linnicher Verwaltung nur Insider erwartet. Sie ruft nach einer Reaktion, die die SPD-Fraktion in einen Antrag vorformuliert hatte, der im Ausschuss für Stadtentwicklung behandelt wurde. Die Stadt Linnich muss sich nach geeigneten Gewerbeflächen umschauen und Vorkehrungen treffen, diese in ihren Besitz zu bekommen.

Was im Gewerbegebiet Im Gansbruch noch als Freifläche erscheint, ist mittlerweile bereits vergeben. Damit ist alles, was die Stadt an Gewerbefläche hat, aufgebraucht. Daher, so lautete der Antrag der SPD, müsse die Verwaltung eine Prognoseplanung in Auftrag geben, aus der hervorgeht, wie groß der Flächenbedarf in den nächsten 30 Jahren wohl sein wird, wollten sich in Linnich Gewerbetreibende niederlassen. Wenn man weiß, wieviel man braucht, lässt sich leichter kalkulieren, wo und von wem mans bekommt. Die Verwaltung könne dann zielgenau „Grundstücksverhandlungen vorbereiten”.

Dass die Prognose, wie von der SPD gewünscht, bis Juni vorliegt, stelle für die Verwaltung kaum ein Problem dar, meinte Beigeordneter Hans-Josef Corsten. Der Haken findet sich an anderer Stelle. „Für den Erwerb stehen im Haushalt keine Mittel zur Verfügung.” Also: Gucken ja, kaufen nein.

Der Ausverkauf an Gewerbefläche rief allerdings auch Mahner auf den Plan. Hans-Willi Dohmen (CDU) griff die jüngste Entscheidung auf, dem Betonsteinwerk Feiter einen Bereich zur Erweiterung seiner Kiesabbaufläche im Anschluss an den bestehenden Betrieb im Gansbruch zu überlassen. Mit genehmigten Gewerbegebieten müsste man sorgfältig umgehen, „weil es schwierig ist, neue Gewerbegebiete auszuweisen”. Es sei zu schade, wertvolles Gewerbegebiet „für eine Kiesgrube zu verschleudern”.
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