Jülich - In Jülich geht es rund: Bald acht Kreisel

In Jülich geht es rund: Bald acht Kreisel

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
11841976.jpg
Derzeit ist der Boden zu Füßen der Jupitersäule im Rundverkehr in Stetternich kaum bewachsen – in der Vegetationsphase sieht das mitunter ganz anders aus. Foto: Uerlings
11841987.jpg
Der Kreisverkehr an der Merscher Höhe erinnert ein wenig an eine Kartbahn. Der Umweltbeirat schlägt vor, den heutigen Rasenbereich mit einer heimischen Wildblumenmischung einzusäen. Foto: Uerlings

Jülich. Den „Wunsch-Kreisverkehr“ am Königshäuschen wird es aus Sicht vieler Verkehrsteilnehmer leider nicht geben. Nach Darstellung der Behörden könne die unfallträchtige Kreuzung kurzfristig nur mit einer Ampel-Anlage entschärft werden. Diesen Ankündigungen sind allerdings bislang keine Taten gefolgt.

Dennoch geht es in Jülich an vielen Stellen buchstäblich rund. Sechs große Kreisel im Stadtgebiet verteilen die Verkehrsströme – in absehbarer Zeit werden es acht sein, denn im Rahmen der Ortsumgehung Koslar/Merzenhausen kommen zwei weitere hinzu.

Und mit ihnen zwei Mittelinseln, die gestaltet werden wollen. Wenn die Kreisel-Mitten ergrünen, sorgen sie in der Vegetationsphase im Frühjahr und Sommer nicht selten für Beschwerden, wenn Wildkräuter und Müll an derart prominenten Stellen zu finden sind.

„Die Bürger rufen bei uns an, und wir müssen erklären, wer der Straßenbaulastträger ist“, sagt Robert Helgers, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Jülich, denn eines haben alle sechs Verkehrsknoten gemeinsam: Sie gehören nicht der Kommune, sondern dem Land (Straßen.NRW).

Von daher ist es Job der Straßenmeistereien, die Kreisel zu pflegen, die ja nicht immer als grüne Inseln daherkommen, sondern auch schon mal Kunst (zum Beispiel von Arnold Schlader in Koslar) oder eine historische Skulptur zeigen.

Hierfür ist der Rundverkehr in Stetternich ein Beispiel, den die Replik einer römischen Jupitersäule ziert. Die Straßenmeistereien aber hatten einen ziemlichen Personalabbau zu verkraften, so dass die Pflegeintervalle deutlich länger wurden als in der Vergangenheit.

Stadt greift unter die Arme

In bestimmten Fällen greift die Stadt den Landesstellen unter die Arme – aus freien Stücken. Den Kreisverkehr an der Bundesstraße 56/Aldenhovener Berg „haben wir übernommen“, sagt Robert Helgers. Die Bepflanzung wurde seinerzeit über Spenden finanziert, die Pflege obliegt dem Bauhof der Stadt.

„Wir wollen uns auch um die beiden neuen Kreisel kümmern“, sagte Helgers im Gespräch mit der Redaktion. Das gilt dann – in Absprache mit Straßen.NRW – für die Gestaltung und die folgende Pflege.

Diese Kooperation ist grundsätzlich möglich, wenngleich der Landesbetrieb nach Helgers‘ Angaben nur Verträge mit Kommunen schließt – allein schon aus versicherungsrechtlichen Gründen. Damit antwortet der Amtsleiter auf eine offene Frage in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Umwelt, Bauen.

Dort war generell diskutiert worden, ob die Kreisel nicht grundsätzlich in die Obhut von Paten gegeben werden können, um den Pflegezustand zu verbessern. Das könnten auch Firmen sein. Ganz so einfach ist es nicht. Über den Umweg Stadt geht es: Also der Baulastträger schließt einen Vertrag mit der Stadt ab, die wiederum mit Unternehmen Sponsoringabkommen. Der Kreisverkehr am Brückenkopf-Park steht hierfür exemplarisch.

In der Ausschusssitzung war eher zufällig herausgekommen, dass in Merzenhausen ein Vertrag des Baulastträgers mit der Dorfgemeinschaft besteht, die den Kreisverkehr hegt und pflegt – und das seit Jahren. Ausschussvorsitzender Heinz Frey konnte sich daran erinnern. Das lasse sich aber nicht übertragen, erklärt Helgers: „Das ist eine alte Vereinbarung. Die bleibt bestehen, da geht keiner ran. Wenn aber Straßen.NRW heute Verträge macht, dann nur mit Kommunen.“

Ausgelöst hatte die Diskussion der Umweltbeirat mit einem Antrag, der den klangvollen Titel „Jülich blüht auf am Kreisverkehr“ trägt. Das Gremium schlägt vor, einen Jülicher Kreisel mit einer heimischen Wildblumenmischung einzusäen, die wenig Pflegeaufwand erfordere, aber der Insekten- und Vogelwelt großen Nutzen bringe. Vorzugsweise solle das am Kreisverkehr Merscher Höhe/Von-Schöfer-Ring geschehen, den über weite Flächen ein Rasenteppich ziert.

Die Vertreter der Politik haben die Stadtverwaltung beauftragt, das zu prüfen. Einige Mitglieder fanden Gefallen an dem Vorstoß. Marco Maria Emunds (SPD): „Das klingt gar nicht so verkehrt.“ Christian Klems (UWG Jül): „Kreisverkehre sind Aushängeschilder. Wir sollten was tun.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert