In dieser Runde ist das Nachkarten verpönt

Von: Antonius Wolters
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Es geht um die Ehre: Die Skat-Spieler von St. Martin in Aldenhoven setzen kein Geld als Gewinn ein. Foto: Antonius Wolters

Aldenhoven. Es ist sicher ungewöhnlich, dass die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Martin Aldenhoven im Rahmen ihrer Seniorenangebote allmonatlich zur Skatrunde in die Bruder-Klaus-Stube bittet, denn wahrgenommen wird die „reizende Runde“ mit Kartenspiel ausschließlich von Männern.

Hervorgegangen ist diese Aktivität aus dem Café an der Wiesenstraße, wo Damen und Herren jenseits der 60 bei Kaffee und Kuchen zusammenkamen. Waren die letzten Krümel verputzt, zogen sich die Männer zum Skatspielen zurück. Als immer weniger Frauen den Treffpunkt besuchten, sind am Ende nur die Skatspieler übrig geblieben, erinnert sich kfd-Vorsitzende Rita Nau.

Mit 66 Jahren der „Benjamin“

„Es können auch Frauen kommen“, sagt Franz-Josef Esser, der früher dem Kirchenvorstand angehörte und mit 66 Jahren der „Benjamin“ in der Skatrunde ist. Im dritten Jahr scharen sich die insgesamt sechs Gründer der Skatrunde jeden zweiten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr um die Kartenspiele. Der älteste Mitspieler ist immerhin über 80 Jahre alt, doch das Skatspielen geht bei Ärzten glatt als „Gehirnjogging“ durch, hält es doch den Geist geschmeidig, wenn Trümpfe und Augenzahl nachgehalten werden.

Die Runde ist letztlich ein Zufallsprodukt, denn die Teilnehmer fanden sich zusammen, nachdem sie von dem Angebot im Martinus-Boten gelesen hatten. „Bei uns wird ohne Geld gespielt, nur um die Ehre“, sagt Theo Herber, der mit 84 Jahren als „Alterspräsident“ amtiert. Zeitweise weicht er ins „Trainingslager“ aus, womit seine Reha-Klinik gemeint ist. Er und seine Mitspieler sorgen dafür, dass es bei den Spielen „nicht todernst“ zugeht. Auch das berühmte Nachkarten, das manche Skat-Enthusiasten pflegen, ist bei der kfd-Skatrunde verpönt.

An diesem Nachmittag sind die Herren in die „Gifthütte“ von Theo Herber ausgewichen, wo aus dem Sextett der Gründer ein Mitspieler fehlt. Das hat zur Folge, dass bei jedem Spiel zwei Leute aussetzen müssen und „kiebitzen“ können, was die Stimmung weiter anheizt. Skat spielen können jeweils nur drei Personen, so dass die Runde häufiger Personalprobleme beklagt. Um hier die Basis der Skatspieler zu verbreitern, lädt die Runde alle Skatinteressierten ein, einzusteigen. Nähere Informationen können bei Heinz Jaquet unter der Telefonnummer 02464/7038 erfragt werden.

Für Skatfreunde ist das eine der letzten Gelegenheit, dem früher so populären Kartenspiel zu frönen. Einen Skatclub gibt es in Aldenhoven nicht, gelegentlich kann im Bergbau-Museum gespielt werden. Kneipen, die sonntags einen zünftigen Skat-Frühschoppen anbieten, sind im Zentralort inzwischen weitgehend ausgestorben. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

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