Jülich - In der Stadthalle lautet das Motto „Mie kalle Platt“

In der Stadthalle lautet das Motto „Mie kalle Platt“

Von: ptj
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Musikalisches Trio mit Nostalgie-Touch: Heino Bücher (l.), Ursel Schmidt „d‘r Quetsch“ und „Schorsch“ Thevessen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Zom 22. Mol jesonge, verzallt, jespellt on jelaach“ wurde in den beiden traditionell aufeinander folgenden Mundartveranstaltungen der VHS in Zusammenarbeit mit den Mundartfreunden des Jülicher Geschichtsvereins. „Mie kalle Platt“ gab ein Banner auf der Seitenbühne der Stadthalle die Richtung vor.

Zu Beginn des Schmunzel- und Lachprogramms flossen ein paar Tröpfchen Wehmut: „Noch vier Wochen“ Berufsleben hat der scheidende VHS-Leiter Günter Vogel vor sich, die Stadthalle existiert nur noch ein weiteres Jahr und die langjährige Vorsitzende der Mundartfreunde, Ursel Schütte, ist kürzlich gestorben. „Mundart war ihr Leben und sie hat auch selbst ihr Begräbnis vorbereitet“, betonten Heino Bücher und „Schorsch“ Thevessen. Sie lasen Schüttes Abschiedsreim vor, in dem sich die Verstorbene im Himmel auf „wat ze laache“ freut.

In den folgenden Gedichten und Kurzgedichten mit und ohne Reim wurde etwa ein Hund gegen eine freiwillige Spende von je 10.000 Euro „jedäuf un jefirmb“. Die nette Anekdote von Franz-Josef Zimmermann las Anke Schiffer. Von „kleene un jruße Malörches“, nämlich der Schwangerschaft einer Frau, die noch an den Klapperstorch glaubt, wusste Heino Bücher zu erzählen, „wa mer vüernehm widd“ (von Willi Ostermann) Franz Cremer. In einem amüsanten Zwiegespräch von Elfie Steikmann klärten Trudi Dolfus und Schorsch Thevessen augenzwinkernd über die Unwägbarkeiten im „Ihreamp“ auf und darüber, wie man Präsidentengattin wird.

Über das Verschwinden von „Ons Mottesproch“ (Edmund Giesen) sorgte sich Ursel Schmidt und hatte gleich ein passendes Vokabeltraining im Gepäck.

Im Trio mit Ursel Schmidt an „d‘r Quetsch“ sangen Bücher und Thevessen „Dä Knöppel von de decke Trumm“ nach einer Melodie aus dem Hoch- und Deutschmeistermarsch. Sechs Sketche der Bad Münstereifler Mundartfreunde aus der Feder von Karl Roberz würzten das gelungene Programm.

Als Renner erwiesen sich „de Schaujebuet“, hier sollte die Frau eines vermeintlichen Preisrätselgewinners vor laufenden Kameras im Affengehege des Zoos entbinden, und „dä Touristen Bauernhof“. Im Verlauf des wahnwitzigen Sketches wird ein Journalist lachmuskelstrapazierend verulkt.

Er hört von Touristen, „die pudelnackt übers Stoppelfeld laufen und schreien, um sich wiederzufinden“, oder von 35 Grad Celcius warmen „Wellness“-Kohldungpackungen mit Kuhmist. Amüsant-besinnlich wurde es nach der Pause. Von Josef Mertens, Mitbegründer der Mundartfreunde, stammt „Et Köcheschaaf“, „vüerjedrage“ von Margret Mönch.

Die Anekdote von Josef Heinrichs „De hellije Mann wor doo“ las Peter Narowski. „Et Fessmenue“ von Elfie Steikmann stellte sich als das große Fressen heraus, das schließlich ausfällt, weil sich die Hausfrau während der Vorbereitungen betrinkt – und die Karawane zieht weiter.

Nostalgiekino erlebte das begeisterte Publikum in der Geschichte über einen Christbaumständer, der ein Eigenleben entwickelt. Das gemeinsam angestimmte „Hexetueleed“ von Edmund Giesen beschloss erneut den gelungenen Abend mit Lachgarantie im grauen November. „Mir hann noch jet, wat keene hätt, ne ahle Hexentur. . .“

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