In alter Polizeischule Linnich wächst Willkommenskultur

Von: Kr.
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Emannuel Ndahayo (v.l.) informierte sich bei Sabiha Hasanova, Bianca Scheffner und Jolanthe Stoffers über die Situation vor Ort. Foto: Kròl
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Mit Leben gefüllt: Im Inneren der ehemaligen Polizeischule entstehen viele Angebot für die Flüchtlinge. Foto: Jansen

Linnich. Am 8. Mai haben die ersten 52 Asylbewerber die ehemalige Polizeischule bezogen, wo die Bezirksregierung Köln für das Land NRW eine zentrale Unterbringung eingerichtet hat. (wir berichteten) Maximal 300 Personen können dort erst einmal aufgenommen werden, ehe sie auf die Kommunen verteilt werden.

Es ist zunächst einmal ein Notbehelf, denn im Herbst diesem Jahres soll eine zentrale Unterkunft in Euskirchen fertiggestellt sein. Komplett soll die Einrichtung dann dorthin umziehen. Doch zunächst einmal müssen sich die Flüchtlinge und die Mitarbeiter der Einrichtung in Linnich häuslich einrichten. „Mit Linnich haben wir wirklich Glück gehabt“, sagt nach so kurzer Zeit bereits Jolanthe Stoffers vom Zukunftsorientierte Förderung e.V. (ZoF), die den sozialen Dienst in der Einrichtung übernommen hat.

Weiterhin sind dort ein Security-Unternehmen, European Homecare sowie die Bezirksregierung tätig. Alles in allem sind es 25 bis 30 Mitarbeiter, die sich um das Wohl der Flüchtlinge kümmern. So berichten Jolanthe Stoffers, die für ZoF die Leitung vor Ort innehat und die Leiterin der Organisation, Bianca Scheffner, von einem umfassenden sozialen Konzept, dass sie dabei sind, umzusetzen. So wurde bereits für die Kleinsten ein Kindergarten eingerichtet, Sprachunterricht für Erwachsene und Jugendliche wird angeboten.

Es gibt ein Jugendtreff, ein Männercafé ist im Aufbau und ein Frauencafé wurde bereits eingerichtet. Ein Medienraum soll noch entstehen, eine Musikgruppe hat sich bereits gebildet und auch ein kleiner Gemüsegarten wurde angelegt. Weiterhin ist demnächst ein Grillnachmittag geplant und, um die Menschen mit der deutschen Kultur bekannt zu machen, wird man gemeinsam die Linnicher Bronk besuchen.

Außerdem wurde ein Infopoint eingerichtet, eine Anlaufstelle für alle Fragen, die die Flüchtlinge bewegen. Noch ist nicht alles umgesetzt. So sucht man beispielsweise noch Sportgeräte und auch für den Medienraum benötigt man noch einiges an Gerätschaften. Es fehlt auch noch an Spielsachen, Bastelmaterial, Buntstifte und ähnliches. Gerne werden solche Sachspenden an der Pforte der ehemaligen Polizeischule entgegen genommen.

Nicht angenommen werden dürfen allerdings Lebensmittel und Geldspenden. Alles in allem fühlen sich die Flüchtlinge und Mitarbeiter gut aufgenommen. Davon konnte sich auch Emmanuel Ndahayo, Vorsitzender des Integrationsausschusses im Dürener Kreistag, überzeugen. Er war vorbei gekommen, um den Flüchtlingen zu sagen, dass sie in Linnich willkommen sind und dass man im Kreis Düren eine Willkommenskultur pflegt und hochhält.

Er sicherte den Mitarbeitern außerdem politische Unterstützung zu. Allerdings hatte der Kreistagsvertreter der Grünen einen schlechten Tag erwischt. Am Morgen war bekannt gegeben worden, dass am 11. Juni alle Bewohner der Einrichtung, die zum Großteil aus dem Kosovo stammen, nach Hause zurückkehren müssen. Entsprechend gedrückt war die Stimmung in der Einrichtung.

Täglich rechnen Bianca Scheffner und Jolanthe Stoffers aber damit, dass neue Flüchtlinge hier eintreffen, um die man sich ebenso engagiert kümmern wird wie um die ersten Bewohner. Sie weisen übrigens auch darauf hin, dass ehrenamtliche Helfer noch dringend benötigt werden. Interessenten können sich unter Telefon 0177/9146766 an Jolanthe Stoffers wenden.

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