Immer noch kein grünes Licht für Schophovener Flüchtlingsheim

Von: jan
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Schophoven, Kalkweg: Im Rücken liegt der Tagebau, links soll das Flüchtlingsheim entstehen. Foto: Jansen

Inden. Die Pläne sind geändert. Im Indener Ortsteil Schophoven entsteht am Kalkweg kein Neubau mit acht Wohnungen für Flüchtlinge. Politik und Verwaltung der Gemeinde haben die Bedenken der Anwohner in den Planungen berücksichtigt und das Vorhaben um die Hälfte verkleinert.

Dafür soll ein baugleiches Haus in Inden/Altdorf an der Römerstraße entstehen. So ist es geplant. Auf den Weg gebracht hat der Bau- und Vergabeausschuss das Projekt aber trotzdem noch nicht. Nachdem der Aachener Architekt Manfred Hammers seinen Entwurf für das verkleinerte Gebäude vorgestellt hatte, meldete die CDU-Fraktion Beratungsbedarf an, weil die Kosten von rund 900.000 Euro für das Projekt nicht transparent genug aufgeschlüsselt seien. Die SPD und die Grünen schlossen sich dem Antrag auf Vertagung an, gegen die Stimmen der UDB.

Auch nach einer 15-minütigen Sitzungsunterbrechung bestand die CDU auf ihrem Beratungsbedarf. Der Ausschussvorsitzende Hans-Josef Schulten hatte schon vor der Unterbrechung angemerkt, dass die Gemeinde mit einem erneuten Aufschub des Themas unter Zeitdruck gerate, weil der Platz zur Unterbringung von Flüchtlingen knapp werde. „Außerdem müssen Sie bedenken, dass wir hier nicht über den endgültigen Entwurf abstimmen, sondern über den Genehmigungsplan.“ Änderungen im konkreten Plan seien noch möglich. Nach dem Beschluss zur Vertagung kündigte Schulten an, den Ausschuss kurzfristig noch einmal einzuberufen und nicht bis zur Sitzung zu warten, die für den 8. März geplant ist.

Stand der Planung ist ein Neubau, der aus vier Wohneinheiten besteht. In jeder Wohnung können bis zu acht Flüchtlinge untergebracht werden. „Ziel der Planung ist, dass die Wohnungen auch später vollwertig nutzbar sind, in einer Zeit, wenn dort keine Flüchtlinge mehr untergebracht werden müssen“, erläuterte Hammers den Auftrag, den er schon bei seiner ersten Planung für das Gebäude mit acht Wohnungen berücksichtigt hatte. „Man kann die Wohnungen später mit kleinen Kunstgriffen in qualifizierten Wohnraum umwandeln“, sagte Hammers.

Die zuerst geplante Einfachbauweise könnte mit dem Anbau von Balkonen, dem Wegnehmen von Wänden im Innenbereich und dem Überarbeiten der Innenwände aufgewertet werden. So entstehe Wohnraum unmittelbar am See, der geplant ist, wenn der Tagebau Inden ausgekohlt ist.

Regina Dechering vom Bauamt der Gemeinde lieferte die Zahlen für das Projekt nach. Das schlüsselfertige Haus mit vier Wohnungen soll 600.000 Euro kosten, die Planung 110.000 Euro. Insgesamt seien Baukosten von 811.000 Euro veranschlagt, dazu kämen 75.000 Euro Einrichtungskosten für die zuerst geplante Nutzung als Flüchtlingsunterkunft. Am von CDU, SPD und Grünen getragenen Entschluss zur Vertagung änderten die nachgereichten Angaben zu den Kosten nichts mehr.

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