Im Westen was Neues: Marktkomplex steht zum Verkauf

Von: Volker Uerlings
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Kein unmoralisches Angebot: Die Herzogstadt kann die gesamte Häuserzeile an der Westseite des Marktplatzes erwerben. Foto: Wolters

Jülich. Bislang soll der Besitzer des großen westlichen Gebäudekomplexes am Jülicher Marktplatz eher verschlossen gewesen sein. Das sagten jedenfalls führende Köpfe der Verwaltung, die mit dem Mann ins Gespräch kommen wollten.

Die opulente Immobilie in bester Innenstadtlage hat schon viel Gesprächsstoff geliefert, weil ihre nicht unbedingt aparte Fassade einigen ein Dorn im Auge ist und mit etlichen Satellitenschüsseln „verziert”. Und es entbrannte in Ausschüssen eine Diskussion, ob das Gebäude denkmalschutzwürdig ist oder nicht. Ungeachtet all dieser Fragen hat der Besitzer nun den Ball der Stadt zugespielt. Er will an sie verkaufen.

Darüber informierte nun sein Anwalt nicht nur die Redaktion. Die Verwaltungsspitze, die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) und die Jülicher Ratsfraktionen wurden von dem Juristen ebenfalls in Kenntnis gesetzt. Das Verkaufsmarketing lässt nichts zu wünschen übrig.

Ob der angestrebte Erlös allerdings für die Stadt oder die SEG aufzubringen ist, muss sich zeigen. Der Kaufpreis soll „unter 2000 Euro je Quadratmeter” liegen, heißt es in der Mitteilung des Juristen. Nach Informationen unserer Zeitung übersteigt die Gesamtforderung die Vier-Millionen-Euro-Marke.

Wenn sich die Stadt oder ihre privatwirtschaftliche „Tochter” SEG zum Kauf entschließt, hätten es Rat und Verwaltung selbst in der Hand, die Änderungen vorzunehmen, die auch die Denkmalschutzbehörden einfordern.

Frank Rutte-Merkel, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, sieht sich im Moment noch nicht in der Lage, die Verkaufsofferte „seriös zu beurteilen”. Es fehlten noch Detailunterlagen zum Beispiel zu den Miet- und Pachteinnahmen, sagte er auf Anfrage. In dem Gebäude an der Westseite des Marktplatzes sind immerhin 24 Wohnungen und acht Ladenlokale zu finden.

„Das geht in meinen Augen nur, wenn es sich rechnet”, so Rutte-Merkel weiter. Er verweist aber auch darauf, dass es nicht Kerngeschäft der SEG sei, „unser Immobilien-Portfolio zu mehren”. Andererseits könne man „ein öffentliches Interesse unterstellen”.
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