Jülich - Im Nordkreis ist der Wohnraum für Asylbewerber knapp

Im Nordkreis ist der Wohnraum für Asylbewerber knapp

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Jülich, die größte Stadt im Nordkreis, nimmt die meisten Flüchtlinge auf. Foto: dpa

Jülich. Tagtäglich sehen wir Bilder von Krieg und Vertreibung über den Bildschirm flimmern. Menschen fliehen vor Gewalt, Repressalien und manchmal vor dem sicheren Tod. In Europa suchen sie Zuflucht. Jetzt kommen die Flüchtlinge in der Region an.

Aktuell steigt die Zahl der Asylantragsteller. Die Bezirksregierung weist die Flüchtlinge den Gemeinden und Städten zu. Sodann erhalten die Verwaltungen kurzfristig eine Mitteilung, richten eine Unterkunft her, bereiten die Ankunft vor. Wohnraum muss vorgehalten werden, der nicht immer vorhanden ist.

Wie gelingt diese Aufgabe den Kommunen? Jülich, die größte Stadt im Nordkreis, nimmt die meisten Flüchtlinge auf. Der Wohnraum ist rar. Auf dem freien Wohnungsmarkt sind keine günstigen Wohnungen mehr zu finden, ein Wohncontainer ist veraltet. Unsere Zeitung berichtete. Nun ist ein weiterer Container in Mersch geplant. Die Mitarbeiter sind bemüht, die Flüchtlinge gut zu versorgen, doch die bestehende Wohnsituation ist schwierig. Das ist nicht nur in Jülich so.

In Inden mietet die Gemeinde ebenfalls Wohnungen. „Ein Container war innerhalb von 14 Tagen belegt“, sagt Martin Richarz vom Ordnungsamt. Platz haben wir nur noch für eine Person. Eine weitere Wohneinheit, sprich Container, sei geplant. Deutlich sagt Richarz: „Wir müssen ja reagieren“. Das Wichtigste sei, wenn es auf den Winter zugeht, die Menschen mit vernünftiger Heizung und Sanitäranlagen auszurüsten.

Flüchtlinge, die der Gemeinde Inden zugewiesen sind, werden zudem in Linnich untergebracht. Im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen der Stadt Linnich sowie den Gemeinden Inden und Titz wohnen die Bewerber in einem Übergangswohnheim im Stadtteil Gevenich, einer ehemaligen Luftwaffenhalle der Bundeswehr.

Der Grund ist schnell erklärt: Die Kommunen tragen die Bewirtschaftungskosten der Unterkunft gemeinsam. Das spart Geld. Doch aktuell nimmt Linnich keine Asylbewerber der Partnerkommunen auf, da die Stadt den Platz selbst benötigt. Die Informationen gehen aus dem Bericht zur Aufnahme, Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern und sonstigen Flüchtlingen in der öffentlichen Mitteilungsvorlage zur Ausschusssitzung für Soziales der Stadt Linnich am 23. Oktober hervor.

Auch in Titz wird die Situation schwieriger. In Hasselsweiler gebe es nur noch einen Platz für einen männlichen Bewerber, heißt es in der öffentlichen Mitteilung zur Unterbringungssituation von Asylbewerbern der Gemeinde. Eine Familie könnte noch in Kallrath untergebracht werden, in einer Unterkunft, die auch als Obdachlosenunterkunft genutzt wird.

„Die Aufnahmequote ist zu 100 Prozent erfüllt“, informiert Fachbereichsleiter Michael Müller. Doch rechnet die Gemeinde grundsätzlich mit weiter steigenden Neuzuweisungen. Denn: Bei steigenden Flüchtlingszahlen wird die Aufnahmequote verändert und prozentual angehoben. Die Gemeinde Titz zieht nun verschiedene Lösungen in Betracht: Die Anmietung leerstehender Wohnhäuser, die Herrichtung einer Wohnung in der alten Schule in Opherten oder die Nutzung einer bestehenden Containeranlage in Rödingen. Sie wird derzeit von Vereinen und für die offene Jugendarbeit genutzt.

Die Gemeinde Aldenhoven mietet ebenfalls Wohnungen an, wie auch Linnich. Zusätzlich betreibt die Stadt Linnich das bereits erwähnte Übergangswohnheim in Gevenich zur Unterbringung von alleinstehenden männlichen Asylbewerbern und sonstigen Flüchtlingen.

Der Wohnraum sei derzeit ausreichend, so Gisela Lohmann, Fachbereichsleitung Soziales. Lohmann ermöglicht auch einen Einblick in die finanziellen Aufwendungen. So wendet die Stadt Linnich 2014 voraussichtlich Kosten in Höhe von 300.000 Euro auf, Krankenkosten mit eingeschlossen. Die Landeszuweisungen betragen nur 45.000 Euro.

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