Im neuen PET-Zentrum Demenz erforschen

Von: hfs.
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PET-Zentrum. Foto: hfs
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Professor Heinz C. Coenen erläuterte den Gästen die Funktionsweise des 35 Tonnen schweren Zyklotron, der im Untergeschoss steht. Foto: hfs

Jülich. Nach derzeitigem Wissensstand ist Alzheimer nicht heilbar. Durch Früherkennung ist es jedoch möglich, den Krankheitsverlauf zu verändern, den Ausbruch hinaus zu zögern. Wenn denn frühzeitig erkannt wird, dass ein Mensch die entsprechenden Symptome im Gehirn aufweist. Und dies wollen nun Mediziner und Wissenschaftler noch stärker als bisher erkunden, sozusagen das Fenster im Gehirn noch weiter aufstoßen.

Im neuen Zentrum für Positronenemissionstomografie (PET) im Forschungszentrum Jülich. Das am Donnerstag auf dem Campus vor Vertretern von Industrie, Hochschulen und Wissenschaftlern eingeweiht wurde.

Die Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen ist die größte Herausforderung, vor der die Wissenschaft steht. Dies betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Thomas Rachel, als er am Donnerstag dem europaweit einzigartigen neuen Zentrum 30 Millionen Euro an Fördersumme überreichte. Geld für ein Zentrum, das Wissenschaftler, Ärzte und Patienten unter einem Dach, verteilt auf drei Geschossebenen, zusammenbringt. „Das Zentrum setzt die seit 30 Jahren erfolgreiche PET-Forschung in Jülich fort“, betonte Professor Achim Bachem als Vorstandsvorsitzender.

Was Professor Andreas Bauer als Institutsleiter für Neurowissenschaften und Medizin dahingehend ergänzte, dass die hervorragenden Infrastrukturen es ermöglichen, Studien in der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung zu machen. Die räumliche Nähe von Entwicklung und Anwendung es darüber hinaus ermöglicht, den Ablauf von klinischen Studien zu verbessern. „Wir müssen es schaffen, 15 bis 20 Jahre vor Ausbruch von Alzheimer im Gehirn des Menschen die entsprechenden Spuren zu finden, dass Demenz auftreten wird. Und den dann eintretenden Prozess der schleichenden Krankheit so lange wie möglich nach hinten zu verschieben, sagte Bauer, der ebenfalls darauf hinwies, „dass Alzheimer nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar ist.“

Von einem Leidensdruck, der mit der Einweihung vorbei sei, sprach Professor Heinz C. Coenen, zusammen mit Bauer an der Institutsspitze. „Denn es war gar nicht so einfach, ein solch kompliziertes Gebäude hinzustellen.“ Denn um die Struktur und Funktion des gesunden und erkrankten menschlichen Gehirns zu erforschen, aus diesen Erkenntnissen heraus dann Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln, bedarf es zum einen neuester bildgebender Verfahren, um den Erkrankungen im Gehirn auf die Spur zu kommen.

Dafür werden nun an Ort und Stelle hochspezifische Radiopharmaka und Kontrastmittel entwickelt. Die Herstellung von radioaktiven Nukliden läuft im Untergeschoss ab, wo ein 35 Tonnen schwerer, abgeschirmter Zyklotron in einem unterirdischen Bunker steht. Die dort produzierten Radionuklide, die teilweise nur eine Halbwertzeit von 20 Minuten haben, werden dann mittels, wie es bei der Einweihung scherzhaft hieß, „Raketenaufzug“ ins 1. Geschoss gebracht, wo die Radiopharmaka hergestellt werden. Mit diesen lassen sich dann im Gehirn Tumore aufspüren, es können Stoffwechselprozesse verfolgt werden, und, was besonders wichtig ist, „die Wirkmechanismen von Medikamenten untersucht werden“, erläuterte Andreas Bauer. Aus all diesen Erkenntnissen können dann Therapieverfahren eingeleitet werden. An Patienten, die im Obergeschoss warten, in besonders schweren Fällen von der Bettenstation im Nachbargebäude - die Uniklinik Düsseldorf unterhält dort eine kleine Station – über eine Patientenbrücke zur Behandlung gebracht werden.

Darüber hinaus bietet diese Abteilung ideale Voraussetzungen für die Durchführung von experimentellen Studien an Probanden, welche vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin zusammen mit seinen wissenschaftlichen und klinischen Partnern im Rahmen des Jülicher Hirnforschungsschwerpunktes unternommen werden. Dafür stehen dann ein Magnetresonanztomograph und einem kombinierten PET-Computertomograph der jüngsten Generation zur Verfügung.

Alle Labor- und Behandlungsbereiche einschließlich des geschlossenen radioaktiven Kontrollbereichs – das Zyklotron, in dem die kurzlebigen radioaktiven Substanzen erzeugt werden, ist mit 1,80 Meter dicken Betonwänden und -decken von seiner Umgebung abgeschirmt – können nur von befugten Personen betreten werden.

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