Im Kampf gegen den Qualm in der Küche

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Wegen dichten Rauchs können die Frauen fast nur mit geschlossenen Augen kochen. Foto: Solar Global

Jülich. Unablässig entweicht dichter Qualm aus dem Stahlblechherd und verteilt sich im Raum, weil kein Dunstabzug vorhanden ist. Die afrikanischen Frauen kneifen die Augen zusammen.

Atem-, Kopf- und Augenkrankheiten können sie so nicht verhindern. „Es ist vergleichbar mit einem Konsum von 100 Zigaretten”, sagt Prof. Dr. Klemens Schwarzer vom Jülicher Verein Solar Global. Der Verein kümmert sich darum, die Situation der Köchinnen an einer Schule im afrikanischen Staat Malawi zu verbessern.

1200 Schüler besuchen die St. Francis Grundschule, gegründet von Franziskanerinnen aus Salzkotten im Jahr 2000 insbesondere für Aids-Waisen. Deren Anteil an den Schülern beträgt etwa 20 Prozent. Die Schwestern versuchen so, eine Isolation der Waisen zu verhindern.

Vor Ort gibt es viele Probleme. Solar Global kümmert sich auch darum, solare Großkocher mit Töpfen mit einem Fassungsvermögen von 40 bis 50 Litern zu installieren. Zumeist richten die Frauen darin einen zähen Maisbrei an. „Der rührt sich wie Kleister”, sagt Schwarzer. Hinzu kommt etwas Sauce und Gemüse, in der Regel Kohl. Zusätzlich sollen einfache solare Kochkisten an der Schule gebaut werden und die Schüler sollen das Zubereiten von einfachen Gerichten im Solarkocher im Schulunterricht erlernen.

Völlig kann man nicht auf Holzherde verzichten, da bereits morgens um 9 Uhr das erste Essen den Schülern gereicht wird. „Solar kann erst das Mittagessen gekocht werden”, erklärt Schwarzer. Um das Kochen mit dem fossilen Brennstoff und dem damit verbundenen Qualm zumindest zu reduzieren, werden sechs verbesserte Herde, bestehend aus Kochplatte mit Kochring als Abschluss und ein Abzug eingebaut. Dadurch lassen sich nicht nur bessere Arbeitsbedingungen erzielen, sondern auch ein höherer Wirkungsgrad der Herde - statt 10 bis 15 Prozent nun 30 bis 40.

Und für genügend heißes Wasser sorgt eine solare Warmwasseranlage mit etwa 600 Litern Speichervolumen, sagt Schwarzer. Damit kann mit heißem Wasser gekocht und so erhebliche Mengen an Brennholz eingespart werden. Ein weiterer Punkt im Energiekonzept: eine kleine Photovoltaik-Anlage für das Schwesternwohnheim, „damit es abends Licht gibt”, sagt Schwarzer, „und für die PCs der Schulverwaltung”.
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