Jülich - Im Jugendtreff Roncallihaus spielt weiter die Musik

Im Jugendtreff Roncallihaus spielt weiter die Musik

Von: ptj
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Im Musikstudio: Am PC sitzen
Im Musikstudio: Am PC sitzen „Pseudonym Anonym” (l.) und Christian Goerke, das Mikro hält Yahya El Ouali, das Notenblatt Michael Pannitz. Im Hintergrund sind (v. l.) Dr. Peter Nieveler, Trägervertreter Roland Dreßen und Jugendleiter Sascha Römer zu sehen.

Jülich. Im Jugendtreff Roncallihaus weht frischer Wind. Vor der Fusion der GdG „Heilig Geist” zu einer einzigen Pfarrei will der Kirchengemeindeverband mit seinem Vorsitzenden Otto von Danwitz und Vize Dr. Peter Nieveler ein Zeichen setzen - gemeinsam mit dem im Februar eingesetzten neuen Leiter der Offenen Jugendarbeit, Diplom-Sozialpädagoge Sascha Römer (36).

Mit bewährten Konzepten und neuen Ideen soll die Jugendarbeit ihren hohen Stellenwert behalten. „Wenn man länger nicht hier war, sieht man gut, was schon passiert ist” - hier verspricht Sascha Römer nicht zu viel.

Als Eigentümerin des Hauses hat die Pfarre St. Maria Himmelfahrt nämlich kräftig in die Renovierung investiert, das Bistum Aachen hat die Maßnahme gefördert. Noch sehen die frisch gestrichenen Wände etwas kahl aus, mit Absicht. Sascha Römer: „Die Grundidee ist, auf Neutralnull zurückzusetzen, um es mit den Besuchern gemeinsam neu zu gestalten.” Das sei ein Weg zur neuen Identifikation mit dem Haus.

In Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und Vertretern anderer Jugendgruppen und -einrichtungen ist ein Programm entstanden, das folgende Schwerpunkte enthält: Ein offener Treff mit niederschwelligen Angeboten lädt auch zu Gespräch und Austausch ein. Hierzu bietet sich das ansprechende neue Bistro mit drei Sofas, Theke und Kochküche und künftigem Internetzugang an. Tischtennisplatte, Kicker, Billardtisch, eine X-Box und etliche Gesellschaftsspiele warten auf jugendliche Besucher. Ein Graffiti-Workshop, angeleitet von den „professionellen Sprühern aus der Jülicher Szene, Mr. Morris und Tobi”, soll die nackte Wand im Multifunktionsraum beleben.

Ferner wird die sogenannte aufsuchende Arbeit weiterhin ein fester Baustein sein. Hier gilt es, „Cliquenwanderungen im Auge zu behalten”, Kontakte zu knüpfen und Angebote zu unterbreiten, auch mit anderen Institutionen. „Großes Thema bleiben” Ausflüge, Unternehmungen, Konzerte, Discos, Kulturpädagogik.

„Völlig ausgebucht” sind mit 65 Teilnehmern bereits die Ferienspiele vom 30. Juli bis 3. August unter dem Motto „Feriencamp ­Afrika”. Ein offenes Sportangebot mit Schwerpunkt Fußball startet am Freitag nach den Sommerferien. In Kooperation mit dem Sportamt der Stadt steht dann freitags von 18.30 Uhr bis 20 Uhr eine Hallennutzungszeit in der Sporthalle des Gymnasium Zitadelle zur Verfügung. Bei Bedarf sind auch andere Sportarten möglich.

Der größte Stolz...

Größter Stolz des neuen Jugendleiters und seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter ist das „Project Rapstar”, das psychosoziale Basisqualifikationen fördert: Es stärke vorhandene Kompetenzen, fördere sowohl die Teamarbeit als auch die Selbstständigkeit und schaffe Identität und Selbstwertgefühl. Da sich viele sozial benachteiligte Jugendliche über die Zugehörigkeit zu einer Musikrichtung identifizieren, startet das Projekt mit der Besprechung der Idee hinter angesagten Musikstücken. Am Music-PC im kleinen Studio in der ersten Etage werden gemeinsam „Beats gebaut, Texte geschrieben, Songs live aufgenommen, Tracks abgemischt und auf CD aufgenommen”. Hierdurch wird die Gruppensituation gestärkt und Ausdauer zielorientiert trainiert.

Einen gewissen Bekanntheitsgrad in der hiesigen Szene” haben bereits Thomas Gutschke alias „Pseudonym Anonym” und Yahya El Ouali. Zum kompetenten Projektteam zählen die „lebenden Inventare” Michael Pannitz (28), Christian Goerke (23), Kai Broschinski (21) und Susanne Hendel (20). Mit dabei sind außerdem die 14-jährigen Liridon Muja und Mike Pirillo.

Mit der öffentlichen Aufführung des Musikstücks, etwa auf Partys oder Konzerten, wird das Projekt abgeschlossen. Eine andere Möglichkeit ist die Teilnahme an einem Hip Hop-Contest der Landeskoordinationsstelle für Suchtvorbeugung. Bei guter Platzierung folgt eine Einladung zu einer großen Abschlusspräsentation mit Liveauftritt und Sachpreisen in Dortmund.

Der Jugendtreff unter katholischer Trägerschaft steht laut Nieveler in „konkurrierender Zusammenarbeit mit denen der evangelischen Kirche und der Stadt”. Unabhängig von einer Religionszugehörigkeit steht die Tür jedem stets kostenlos offen.
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