Im Jülicher AWO-Heim ist immer etwas los

Von: ptj
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18, 20, ...2: Dienstagsnachmittag wird gereizt und gekontert beim Skatspielen in der Bücherstube im Eingangsbereich des AWO-Heimes in Jülich. Foto: Jagodzinska
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„Reich können wir hier nicht werden“: Bingo ist aber das beliebteste Spiel am Seniorennachmittag im AWO-Heim. Foto: Jagodzinska

Jülich. Reizen mit Re und Kontra ist jeden Dienstag in der Bücherstube im Eingangsbereich des AWO-Heimes im Marie-Juchacz-Weg angesagt. Regelmäßig treffen sich dort zwischen 13.30 und 16.30 Uhr zumeist männliche Skatspieler in lockerer und gut gelaunter Runde, die sich je nach Zahl zu dritt oder viert an den Tischen formieren. Am Vierertisch muss reihum einer „aussetzen“.

Das Seniorencafé im durch eine Schiebetüre abgetrennten großen Saal beherbergt 20 bis 30 Senioren von etwa 60 bis 92 Jahren. Zwischen 13 und 16.15 Uhr vertreiben sie sich hier ihre Zeit bei Kaffee und Kuchen mit Erzählen und vor allem mit Spielen, liebevoll betreut von Karl-Heinz Wagner. Auf den Tischen befinden sich Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele, aber die größte Freude kommt bei einer leicht abgewandelten Form von Bingo auf, das pünktlich von 15 bis 16 Uhr an der Reihe ist. „Reich können wir hier nicht werden“, erzählt eine Dame lächelnd, „es geht um den Spaß“.

Jeder der überwiegend weiblichen Senioren setzt 30 Cent ein, das gesamte Geld wird wieder ausgespielt. Die Gewinnsumme beträgt 60 Cent, es sei denn, gleich drei Mitspieler haben die gezogene Nr. 3, dann gibt es nur 20 Cent. Die Spannung steigt also. „Bingo“ ruft immer wieder eine aufgeregte Dame und hebt die Hand. Sofort bringt Wagner ihr den Gewinn an den Tisch.

Die Angebote der AWO sind doch nicht neu, mag sich manch ein Leser denken. Richtig. Allerdings gibt es Zusatzangebote und vor allem sind die Räume ansprechend renoviert. Wände, Decken und Theke sind frisch gestrichen, ein neuer Profi-Geschirrspüler wurde angeschafft, Laminat und Deckenbeleuchtung erneuert. Die Umstellung auf LED-Licht reduziert ganz nebenbei den Verbrauch von 3 auf 0,3 Kilowatt. Die Materialkosten beliefen sich auf knapp 4000 Euro, zuzüglich 1000 Euro für eine neue Schließanlage.

Die komplette Renovierung in rund 100 Arbeitsstunden ist in erster Linie dem AWO-Vorsitzenden Martin Marquardt zu verdanken, tatkräftig unterstützt von Klaus Gundelach, Melanie Drutjons und Marcel Fehling. „Wir vermieten unsere Räume nach der Renovierung mit zunehmendem Erfolg“, sagt Marquardt. Besagte Vermietung ist auch Haupteinnahmequelle des Vereins, hinzu kommen die Beiträge von 150 Mitgliedern zuzüglich Spenden. So spendierte die Sparkasse Düren im Dezember stolze 2000 Euro.

Toilettensanierung fehlt noch

„Ins Haus“ stehen laut Marquardt noch die Toilettensanierung, Außenanstrich und Hofsanierung sowie die Renovierung des Büros. Dabei handelt es sich um den Arbeitsplatz von Marquardt, Gundelach und Kassierer Paul Beckers. Erneut sind nur Materialkosten eingeplant.

Erwähnenswert sind zwei neue Angebote der AWO: Mathilde Wisniewski, examinierte Altenpflegerin, Fachkraft für Pflegebedürftigkeit und für gerontopsychiatrische Pflege, bietet zwei Mal wöchentlich, nämlich montags und donnerstag von 14 bis 18 Uhr für maximal neun Teilnehmer eine Demenzberatung mit Beschäftigungstherapie an. Interessierte sind willkommen.

Ferner bietet Marquardt-Gattin Giny dienstags von 10 bis 11 Uhr die Verjüngungsübungen der chinesischen Kaiser „Hui Chun Gong“ an, die Teil der Bewegungs- und Entspannungstherapie aus dem Reich der Mitte sind. Neben den Spielenachmittagen werden einmal monatlich Ausflüge unternommen, wie unlängst in die Heinsberger Strickfabrik „Räde“, verbunden mit einem Abstecher in ein niederländisches Gartencenter und abschließendem „lecker“ Essen. Für den Transport stellte die AWO zwei Autos zur Verfügung. „Die Mädels waren so was von scharf drauf“, betont der Vorsitzende lächelnd. Neben dem begehrten „Old fashion“-Angebot offeriert die „Strickfabrik“ eine Modenschau mit Kaffeetrinken.

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