Jülich - Im Frühling mit Vivaldi

Im Frühling mit Vivaldi

Von: dol
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Früherziehung an der Musiksch
Früherziehung an der Musikschule Jülich: Ursula Wilden bringt den Kindern spielerisch die Welt der Musik näher. Foto: Dolfus

Jülich. Es muss nicht immer gleich Mozart sein. „Guten Tag lieber Leo, guten Tag liebe Musi-Katze, guten Tag Glupschi”, singt Ursula Wilden fröhlich los und die acht Kinder Daniel, Hannah, Stefanie, Luisa, Adriana, Elena, Joshua und Sam aus der Gruppe „Musikalische Früherziehung” stimmen mehr oder weniger synchron mit ein.

Glupschi und Leo sind die Lieblingsplüschtiere der kleinen Schüler der Jülicher Musikschule. Die Kuscheltiere werden zum Begrüßungsritual zu Beginn der 75-minütigen Unterrichtsstunde mit in den Kreis gebracht und persönlich angesprochen. Während die Kinder gemeinsam das Lied singen, darf jeweils eines zum Refrain eine Bewegung vormachen, die die anderen dann nachmachen. Jetzt sind die Kleinen in der Musikschule „angekommen” und die Früherziehungsstunde kann losgehen.

In der musikalischen Früherziehung werden Kinder ab vier Jahren auf spielerische Art zur Musik hingeführt. Singen und Bewegung stellen dabei den zentralen Zugang dar. Dadurch erfahren die Mädchen und Jungen intuitiv Elemente der Musik wie Rhythmus und Melodik. Sie lernen zahlreiche Schlaginstrumente kennen und stellen nach und nach fest, wie sie diese bewusst zur Gestaltung von Liedern und Geschichten einsetzen können. Das fördert die Motorik, das Klangempfinden und die Konzentrationsfähigkeit. Durch das Spielen und Musizieren in der Gruppe entwickeln die kleinen Schüler außerdem eine hohe soziale Kompetenz.

Die Früherziehung findet nicht in klassischer Unterrichtsform statt. Musiklehrerin Ursula Wilden veranstaltet mit den Kursteilnehmern lockere Sing- und Musizierspiele, ab und zu sitzen die Kleinen auch am Tisch und malen. „Es wird viel aufgearbeitet durch Malen”, erklärt Wilden. Denn Lesen und Schreiben lernen die Kleinen ja erst, wenn sie in die Grundschule kommen. Zwar haben sie einen Ordner, in dem allerhand Unterlagen und sogar Notenblätter abgeheftet sind. Aber das ist zum Teil auch Material für die „Elternarbeit” zu Hause. „Noten lesen ist schon sehr abstrakt”, erläutert die Musiklehrerin. Die Notenblätter sind dazu da, dass die Kinder zu Hause, angeleitet durch die Eltern, die erlernten oder gehörten Musikstücke noch einmal wiederholen können. Zuletzt haben die Kleinen den Kuckucksruf kennengelernt und in ihr Heft die hohen und tiefen Töne gemalt.

„Das ist eine erste Hinführung zur Notation”, so Wilden. Hingeführt werden die Kinder natürlich auch zur klassischen Musik.

Momentan hören sie sich in mehreren Unterrichtsstunden in Folge aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten” den Frühling an und singen ein passendes Lied dazu. „Wir orientieren uns nämlich thematisch auch an den Jahreszeiten.” Daher spielen die Mädchen und Jungen auch - ausgestattet mit bunten Tüchern - Blume und Schmetterling und schwirren zum Klang der Musik abwechselnd durch den Raum. In einem anderen Spiel gehen sie auf eine musikalische Reise und steigen in den „Instrumentenzug”. Schnell hat Ursula Wilden einige Zugabteile aus Holzstühlen gebastelt und mit den verschiedensten Instrumenten ausgestattet: Pauke, Xylophon, Triangel oder Becken. Sie selbst spielt den Schaffner, der die „Fahrkarten” sehen will. Dann müssen die Kinder das Instrument, das sich an ihrem Platz befindet, betätigen.

Luisa (5 Jahre) schlägt gerne Triangel und Becken an und findet es toll, „dass ich viel Musik lerne”. Sam (5) mag es besonders, auf die große Pauke zu hauen. Ebenso wie Joshua (4) und Daniel (5), „weil sie so laut ist”. Das kleine Grüppchen musiziert seit einem Jahr zusammen und versteht sich sehr gut.

Wenn sie ins Grundschulalter kommen, können sie in den Orffspielkreis rücken. Das Spiel auf den Schlaginstrumenten, das Notenlesen und das Kennenlernen verschiedener Instrumente wird hier fortgesetzt. Es gibt den Kindern die Möglichkeit, sich später bewusst für ein bestimmtes Instrument zu entscheiden.

Genauso abwechslungsreich und lebendig wie in der musikalischen Früherziehung, aber dem Alter entsprechend wird der Unterricht gestaltet.

Musikalische Früherziehung: Termine und Infos

Wer neugierig geworden ist, kann im Juni an den Schnupperstunden der Musikschule Jülich teilnehmen.

Termine: Musikalische Früherziehung für 4- bis 5-Jährige am 6., 7., 20. und 21. Juni um 14 Uhr in Raum 22 und 8. Am 22. Juni um 15.30 Uhr in der Aula. Termine für den Orffspielkreis: 6., 7. und 21. Juni um 15.30 Uhr in Raum 22. Die Musikschule befindet sich an der Ecke Schirmer-/Schützenstraße. Die neuen Kurse starten nach den Sommerferien. Anmeldungen ab sofort.

Informationen: 02461/93650, montags bis freitags 9 bis 12 Uhr und donnerstags 14 bis 17 Uhr.

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