Im Fall der Becken in Welldorf und Koslar noch Beratungsbedarf

Von: hfs.
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Jülich. Erwartungsvoll verfolgten über 100 Eltern mit ihren Kindern die jüngste Sitzung des Haupt-und Finanausschuss im Jülicher Rathaussaal.

Schließlich stand eine mögliche Entscheidung zu den Lehrschwimmbecken in Welldorf und Koslar auf der Tagesordnung. Beide sind zurzeit geschlossen. Wann, wie oder ob sie nochmals geöffnet werden, darüber muss nun der Rat entscheiden. Denn die Ausschussmitglieder meldeten noch Beratungsbedarf an, verschoben die Entscheidung auf die kommende Woche, wo der Rat tagt.

Bevor Lambert Schmitz für die CDU noch Beratungsbedarf anmeldete, sich dem Harald Garding (SPD) anschloss, hatte sich Christian Klems (Fraktionslos) klar für den Erhalt des Welldorfer Bades ausgesprochen. Für ihn war eine definitive Entscheidung längst überfällig, schließlich kenne man in der Verwaltung die Problematik der Schwimmbäder in Koslar und Welldorf zu genüge.

Teure Desinfektion

Ist das Koslarer Lehrschwimmbecken schon seit Mai vorigen Jahres außer Betrieb, musste nun in den Sommerferien das in Welldorf geschlossen werden. Während angefangener Sanierungsarbeiten am Wärmetauscher wurde festgestellt, dass Filter, Filtermaterial und die Rohrleitungen bereits deutlich sicht-und spürbarem mit einem Biofilm überzogen sind. Zur Beseitigung müsste eine chemische Desinfektion der gesamten technischen Anlage erfolgen, die weitere Kosten von über 5000 Euro verursachen würde.

Als man dann auch noch Materialermüdungen am Düsenboden der Filteranlage entdeckte, wurden die Arbeiten durch die Stadt gestoppt. „Natürlich muss jetzt eine neue Entscheidungen getroffen werden, aber man muss wisssen, dass das Bad von über 300 Jugendlichen, Schüler, Eltern und ältere Menschen besucht wird“, plädierte Klems für den Erhalt, was ihm donnernden Applaus von den Besuchern entgegenbrachte, den Bürgermeister Heinrich Stommel mit Hinweis auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen einer Ausschusssitzung unterband. „Ansonsten müssen Sie den Saal verlassen.“

Kontext Unterfinanzierung

Bevor dieser Tagungspunkt allerdings in den Rat verwiesen wurde, wandte sich Stommel an die Zuschauer, machte deutlich, „dass keiner hier im Saal Spass daran habe, die Lehrschwimmbäder zu schließen.“ Dass legitimes Interesse bestünde, Welldorf zu erhalten, würde jeder Ratsvertreter verstehen.

„Aber wie jede Stadt in NRW von einer strukturellen Unterfinanzierung betroffen ist sind wir das auch hier in Jülich.“ Alleine in diesem Jahr würden 14 Millionen Euro fehlen. „Und vor diesem Kontext diskutiert hier der Ausschuss.“ Dass die Zuhörer nicht ohne Kommentare wie „immer das Gleiche, immer wieder wird eine Entscheidung verschoben“ den großen Sitzungssaal verließen war verständlich. Auch die Bemerkung einer jungen Besucherin. „Für uns Kinder war das Ganze langweilig.“

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