Im Drogenrausch gegen Jägerzaun: ein Jahr auf Bewährung

Von: gep
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Linnich/Jülich. Weil er vor einem halben Jahr in Linnich im Drogenrausch einen Jägerzaun rasiert hatte, sich dann davonmachte und zudem keinen Führerschein hatte, ist ein 26-Jähriger vom Amtsgericht Jülich zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Er komme, so Strafrichterin Claudia Wolny, als einschlägig Vorbestrafter noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon. Aber damit „ist das Ende der Fahnenstange erreicht”.

Zudem wurde B. K. für zwei Jahre das Führen eines Kraftfahrzeugs untersagt, sein Auto, ein alter Nissan, wird vom Staat eingezogen, und er muss sich alle drei Monate einem Drogentest unterziehen. Außerdem muss er dem Hauseigentümer in der Hermann-Löns-Straße den Schaden an Zaun und Bewuchs (850 Euro) ersetzen.

Er sei, so Wolny in der Urteilsbegründung, durch eine Zeugin, die 16-jährige Linnicher Schülerin E. M., „als Fahrer identifiziert” worden. E. M. war mit ihrem Roller nach dem Crash hinter dem Unfallfahrzeug, das Kühlflüssigkeit verlor, bis zur Wohnung des Tatverdächtigen hinterhergefahren.

Zunächst hatte der Angeklagte abgestritten, gegen den Zaun gekracht zu sein. Er habe in der fraglichen Zeit Zigaretten geholt. „Ich werde nicht zugeben, was ich nicht getan habe”. Dass er bei der Vernehmung durch Polizeibeamte aber gestanden habe, erklärte er damit, dass die Beamten „nicht nachgelassen” hätten, ihn zu einem Geständnis zu bewegen.

Verräterische Ölspur

Den Tatvorwurf, mehrfach Drogen (Marihuana, Amphetamine) genommen zu haben, räumte er vor Gericht sogleich ein. Zugleich mutmaßte er, dass seine Ex-Freundin J. P. (25) am 28. August am Steuer des Wagens gesessen haben könnte, die ebenfalls als Zeugin auftrat. Für sie war es „klar, dass er den Unfall verursacht hatte”, sagte sie unter Hinweis auf die „Ölspur” aus. Angesichts der erdrückenden Beweislast und eine Sitzungsunterbrechung auf Antrag der Verteidigerin gestand er schließlich. „Da komme ich besser weg.”

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine einjährige Haftstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, ein zweijähriges Führerschein-Verbot und die Einziehung des Nissans. B. K. sei ein einschlägig Vorbestrafter und habe „aus nicht ganz freien Stücken” gestanden.

Die Verteidigerin verwies auf die schwere Kindheit des „Bewährungsversagers” und dass er nach drei Jahren von seiner Freundin „betrogen und verlassen” worden sei. Er habe sich aber stabilisiert , habe wieder Kontakt zu seiner Mutter aufgenommen und „verdient ordentlich” als Festangestellter in einer niederländischen Katalysatoren-Fabrik. Zudem beteuerte der Angeklagte, keine Drogen mehr zu konsumieren.
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