Ideen aus dem Jülicher Zukunftslabor Indeland

Von: ptj
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Drei Kommunen, eine Fläche: Mit Abstand am meisten nachgefragt war der Workshop „Das neue Entwicklungsland Merscher Höhe“. Foto: Jagodzinska
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Kyra Pfeil notiert die Anregungen der Teilnehmer im Workshop „Potenziale im Technologietransfer“. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Wir sind der Faktor X und in hervorragender Weise aufgestellt, viel daraus zu machen. Möglicherweise mehr, als wir bisher daraus gemacht haben.“ Das betonte Jens Bröker, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland. Anlass war die zweite Auflage der Veranstaltungsreihe „Zukunftslabor Indeland“, diesmal im Science College Overbach.

Als Moderator fungierte Dietrich Meyer, Chefredakteur von Radio Rur. „Absichtsvoll“ hatte die Gesellschaft nach geführten Interviews mit knapp einem Drittel der Unternehmer im Indeland drei Themen ausgewählt, die zuvor in zeitgleich angelegten, je eineinhalbstündigen Workshops diskutiert worden waren.

Stark nachgefragt

Mit über 30 Teilnehmern aus Kreis, Städten und Kommunen war der Arbeitskreis „Drei Kommunen, eine Fläche – das neue Entwicklungsgebiet Merscher Höhe“ mit deutlichem Abstand am besten besucht. Workshopleiter Hans Krings, Staatssekretär a.D., stellte zunächst drastisch die Schwierigkeiten dieses Projektes in interkommunaler Zusammenarbeit dar, betonte aber: „Die Chancen sind das Ausschlaggebende.“ Erschließungsbeiträge etwa könnten durch eine gemeinsame Investition „umgangen“ werden. Allerdings dürften „weder Titz noch Niederzier in Jülich Gewerbesteuer erheben“.

Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, betonte die Wichtigkeit der „Profilbildung nach außen hin“ und schlug eine Brücke zum parallel laufenden Workshop „Potenziale im Technologietransfer“: „Jülich ist ein Standort, mit dem man etwas machen kann. Das vermarkten wir nach außen gemeinsam.“

Allgemein wurde es als sinnvoll herausgestellt, zukünftig nicht mehr an jeder Ecke des Landes Gewerbegebietsausweisungen vorzunehmen, sondern eher konzentrierter und dort, wo ein tatsächlicher Bedarf besteht. Insofern stelle die Merscher Höhe ein Modell dar, wie interkommunal Flächen ermittelt und planungsrechtlich „hergegeben“ werden, um in unmittelbarer Campusnähe so genannte „Ausgründungen“ (Bindung ehemaliger Studenten, die Betriebsgründungen in unmittelbarer Nähe ihres Studienorts vornehmen möchten) vorzunehmen.

Gerade wegen der Nähe zur RWTH, zur FH, zum FZJ mache eine entsprechende Entwicklung am Standort Merscher Höhe richtig Sinn. Umso mehr, als dass es sich bei der Fläche um eine Konversionsfläche handelt, gewissermaßen also Flächenrecycling betrieben wird. Unterm Strich sei der lohnenswerte Ansatz nun weiter auszuarbeiten.

Leiter des Technologie-Workshops war Professor Christoph Hebel, Städte- und Raumplaner an der FH Aachen. Die Teilnehmer waren sich einig, die „ziemlich gut funktionierende Region“ weiter aufwerten zu können. Etwa mit einer zentralen Anlaufstelle, der „Marke Technologietransfer“, Fördermitteln als Teil des Angebots oder einer Prozessbegleitung durch organisatorische und praktische Hilfe. Angesprochen wurden ferner das „regionale Commitment der Anbieter“, „Lösungen im Behördendschungel“, das „Gegenstromprinzip“, Kommunikation und lokale Netzwerke.

Erstaunlicherweise am wenigsten begehrt war der Workshop „Wohnstandort Indeland – Energie- und Ressourceneffizientes Sanieren im Bestand“, geleitet von Michael Stephan, Geschäftsführer von „altbau plus“ in Aachen. Hier war der Tenor, „Leuchtturmprojekte in die Breite zu tragen“ und „Finanzierungsstrukturen zu ändern“.

Wichtig sei auch, „das Nachfragepotenzial von Personen zu berücksichtigen, die wir gerne hier behalten wollen“, zum Beispiel Studenten oder „Middle-Ager“. Zunächst war die Klärung der Begrifflichkeiten vonnöten. Wie Regina Dechering aus der Indener Gemeindeverwaltung betonte.

Standortsicherung

Im Plenum referierte später Joachim Diehl, Geschäftsführer der Innovationsregion Rheinisches Revier, in der das Indeland eine Teilregion darstellt. Er thematisierte Anforderungen an die nachhaltige Entwicklung einer energiegeprägten Region und betonte: „Wir wollen die Standortsicherung für diese Region betreiben.“ Nicht aus den Augen verlieren will Diehl die Frage: „Führt das alles nicht nur zu einer Deindustrialisierung?“

Zur „Standortfrage Energie – Strukturwandel aktiv mitgestalten“ sprach im Anschluss Michael Eyll-Vetter, Bergbauplaner der RWE Power, bevor die Workshopergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden.

Gefördert wurde die Veranstaltung im Science College mit anschließendem Imbiss über das Projekt „Strukturentwicklung Indeland“ durch die Europäische Union sowie das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.

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