Hybrid-Taxi: Nicht nur der Herr Professor ist begeistert

Von: hfs.
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Ein großes Display im Hybridfahrzeug zeigt an, ob das Auto gerade durch den Benzin- oder den Elektromotor angetrieben wird. Foto: hfs.

Jülich. In Amerika wurde er während der Amtszeit von Georg W. Bush das Symbol gegen Kriege für Öl und für eine Neuorientierung der amerikanischen Umwelt- und Energiepolitik. Im Deutschen Bundestag in Berlin sorgte er für viel Gesprächsstoff: Der Toyota-Prius.

Das Hybridfahrzeug aus Japan verzeichnet enorme Zulassungszahlen. Nun setzt auch ein Koslarer Taxiunternehmer ganz auf die umweltfreundliche Technik: Michael Tanzmann hat damit begonnen, seinen Fuhrpark auf Hybrid umzustellen.

„Der Gesprächsstoff geht einem nicht aus. Die Fahrgäste schauen gebannt auf das Display und verfolgen, wie die Energie aus den leistungsstarken 500 Volt-Batterien abfließt”, schwärmt der 45-Jährige. Und die Gäste möchten wissen, wie das Fahrzeug angetrieben wird. Das erklären Michael Tanzmann und seine Ehefrau Elfriede gerne, schließlich kennen sie sich inzwischen bestens mit der Technik aus.

Gewöhnungsbedürftig leise

Dass sie ein Hybrid-Fahrzeug angeschafft haben, hat zwei Gründe: Zum einen wollten sie Sprit sparen, zum anderen hatten sie auch den Umweltgedanken im Kopf. Schon nach der mehrwöchigen Testphase hätten die Eheleute festgestellt, dass sie gegenüber einem herkömmlichen Fahrzeug der gleichen Klasse - ihr Prius hat exakt 115 PS - mehr als 1,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer einsparen. „Dies alleine ist schon ein Argument für die Anschaffung” , sagt Tanzmann.

Dass das Führen des Fahrzeuges gewöhnungsbedürftig ist, betont die Ehefrau. „Das geräuschlose Starten und Rollen sorgte schon einmal für kleinere Zwischenfälle”, erinnert sich Elfriede Tanzmann an die ersten Fahrten. Da verharrten Fußgänger beim Plausch mitten auf der Fahrbahn und hörten nicht, dass ein Fahrzeug direkt hinter ihnen stand. „Oder beim Anfahren machen sie keine Anstalten, den Weg frei zu machen”, sagt die 39-Jährige. Jetzt erkennt sie solche Situationen vorausschauend und weiß, dass ab und an ein Hupton sinnvoll ist.

Begeistert ist sie immer wieder, wenn sie beim Blick auf das Zentraldisplay kleine grüne Autos entdeckt. „Dann habe ich beim Fahren pro Autosymbol 50 Wattstunden an Energie regeneriert.” Besonders im Stadtverkehr funktioniere dies hervorragend. „Die Autotechnik wandelt jeden Bremsvorgang in Strom um. Der Generator des Hybridsystems erzeugt den Ladestrom und liefert ihn direkt an den Elektromotor oder an die Batterie.”

Unabhängige Systeme

Natürlich weiß Tanzmann, dass der Toyota nicht nur über einen Elektro-, sondern auch über einen Benzinmotor verfügt. Ob nun dieser oder aber der Elektromotor zur Fortbewegung genutzt wird, darauf hat der Taxifahrer keinen Einfluss. „Dies sehe ich nur in der Anzeige. Ansonsten arbeiten die beiden Antriebssysteme völlig selbstständig”, sagt Michael Tanzmann.

Nach und nach möchte er seinen Fuhrpark komplett umstellen. „Unsere bisherige Testphase bestärkt uns in dieser Idee”, sagt er und erwähnt, dass er Zuspruch von exponierter Stelle erhält. Ein Stammkunde war jahrzehntelang am Forschungszentrum Jülich als Wissenschaftler in der Brennstoffzellentechnik tätig.

b>Weitere Investitionen?

Noch heute forscht der emeritierte Professor für einen Stuttgarter Autobauer im Bereich der hochmodernen Antriebstechnik. „Er möchte nur mit dem Hybridauto gefahren werden”, verrät Elfriede Tanzmann. Unterwegs wird sie dann von ihrem Fahrgast auf den neuesten Stand der Technik gebracht. „Und der Herr Professor sagt immer, dass wir in einem Auto fahren, zu dem es noch keine Alternativen gibt.” Erst, wenn Autos mit Brennstoffzelle unterwegs sind. „Dann fahren wir nur noch mit Strom. Dies ist dann wieder eine Investition wert.”

So lange bleibt auch das Koslarer Unternehmen auf Hybrid angewiesen.
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