Hundestrand am Barmener See soll geschlossen werden

Von: Guido Jansen
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Der Strand des Anstoßes: 15 Meter ist der Abschnitt breit, der seit etwa 15 Jahren für Hunde und Halter reserviert ist. Das führt in jüngster Zeit laut einer Barmener Interessensgemeinschaft zu Problemen. Foto: Guido Jansen
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Die Schilder sollen laut IG Driesch gegen Verbotsschilder für Hunde ausgetauscht werden. Foto: Guido Jansen

Jülich. Fast könnte man meinen, dass die Frau bellt, die gerade Tennis spielt und sieht, dass Klemens Schwarzer am Tennisplatz vorbei geht. Der Ton in ihrer Stimme klingt ein bisschen so. „Könnt ihr mal was dafür tun, dass diese vielen Köter verschwinden“, ruft sie. Schwarzer, früher Ortsvorsteher in Barmen, nickt, ruft zurück: „Deswegen sind wir hier.“

Am Barmener Baggersee gibt es ein Hundeproblem. Und die Menschen im Ort sind deswegen sauer. So wie die Tennisspielerin.

Der Strand des Anstoßes ist der kleine, etwa 15 Meter breite Bereich am Baggersee, der rechts vom normalen Strand liegt. Er ist explizit als Hundestrand ausgewiesen. Auf den Schildern dort, im Internetauftritt der Stadt Jülich und an vielen anderen Stellen im Netz. Schwarzer, der Sprecher der IG Driesch, der Jülicher Ratsherr Heinz Frey, ebenfalls Barmener, und Ortsvorsteher Ralf Heinen sprechen über das Problem an Strand. Sie gehören der IG Driesch an, die sich darum kümmern will, dass sich der Baggersee und Barmen positiv entwickeln.

Tretminen und Pferdeäpfel

Aber seit viele Hundebesitzer aus der erweiterten Region Wind davon bekommen haben, dass es den Hundestrand gibt, wächst der Ärger. „Am 3. August tummelten sich da 18 Hunde gleichzeitig“, sagt Schwarzer. Über den Tag verteilt seien es viele mehr gewesen.

Das führt nicht nur zu vielen stinkenden Tretminen, die den Wegesrand vom Parkplatz bis zum Strand und den Sand pflastern; ganz zu schweigen von Pferdeäpfeln und Gänsekot, die den erst vor sechs Wochen erneuerten Sand schon wieder stellenweise stark verunreinigt haben. Das Gebell ist laut, viele Halter und Hunde weichen wegen Überfüllung auf den normalen Strand aus. Da ist Ärger programmiert.

„Der Hundestrand war ursprünglich ein Angebot für die Menschen und Hunde vor Ort. Mittlerweile reisen sie aus Aachen, Köln, Neuss, den Niederlanden und Belgien an. Das ist zu viel“, sagt Heinen, der hinzufügt, dass es Barmener Hundehalter gebe, die den Strand mittlerweile meiden.

Des anhaltenden Ärgers halber stellt die IG Driesch jetzt die Forderung, dass die Stadt den Hundestrand schließen und Hunde am Strand generell verbieten soll. Ein entsprechender Antrag liegt dem Jülicher Fachausschuss vor, der am Donnerstag tagt. „Und das muss kontrolliert werden. Was nutzen Vorschriften, wenn niemand drauf achtet“, fordert Heinen mehr Nachhaltigkeit und letztlich auch Strafen für alle, die sich nicht an die Regeln halten.

Das komme am Barmener Strand viel zu häufig vor. Müll, Scherben im Wasser, Pferdeäpfel am Strand: All das müsse konsequenter verfolgt werden. Seit drei Wochen stellt die Stadt an fünf Tagen in der Woche zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes für sechs Stunden ab.

Ein erster Schritt aus Sicht der IG Driesch. Aber laut Schwarzer, Frey und Heinen nicht die Lösung. Der Hundestrand müsse einem generellem Hundeverbot am Strand weichen. Auch für die Reiter müssten eindeutige Verbote her. Die Werbung im Internet solle verschwinden. Denn sonst wachse der Unmut in Barmen weiter, nicht nur auf dem unmittelbar benachbarten Tennisplatz.

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