Hunde und Heuschrecken tummeln sich in der Christuskirche

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Jülich. Die Christuskirche war am vergangenen Sonntag gut besucht. Nicht nur von Menschen, sondern auch von Tieren: 15 Hunde, zwei Bartagamen, zwei Stabheuschrecken und eine Achatschnecke hatten die Mitglieder des Vereins „Tiere als therapeutische Begleiter“ mitgebracht.

In seiner begrüßenden Einleitung wies Pfarrer Dr. Udo Lenzig noch einmal auf das leidvolle Leben der sogenannten „Nutztiere“ in den modernen Zuchtbetrieben hin und machte deutlich, wie wichtig und teilweise heilsam das Zusammenleben von Mensch und Tier für den Menschen ist. Anstelle einer Predigt stellte die Vorsitzende des Vereins „Tiere als therapeutische Begleiter“, Dr. Josefine Heckhausen-Reinartz, Ziele und Anliegen des Vereins vor: 2002 gegründet, arbeiten die Mitglieder mit ihren zertifizierten Hunden und anderen Tieren mit Kindern und Jugendlichen, die einen besonderen Förderbedarf haben.

Hierbei lassen sie sich von dem Motto Martin Bubers „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ leiten. „Die Tiere geben uns Gelegenheit ganzheitliche Erfahrungen zu machen“, sagte die Vorsitzende. Kerstin Martensen berichtete im Anschluss über die pädagogisch-therapeutische Arbeit des Vereins.

Türen zu positiven Emotionen

Hier erfuhr die interessierte Gottesdienstgemeinde, dass z.B. Echsen und Insekten gerade bei Jugendlichen Türen zu positiven Emotionen, Fürsorge und Empathie öffnen, während die Hunde, die entspannt im Altarraum lagen, für sich selbst sprachen. Martensen plädierte für ein Lebensrecht der oft als Schädlinge angesehenen Schnecken und Insekten: „Gerade bei den Schnecken fasziniert die Entdeckung der Langsamkeit. Das bedeutet schon etwas in unserer schnelllebigen Zeit.

Aber in Anbetracht des Hasses und der Mordlust, die Schnecken bei manchen Gartenbesitzern wecken, müssen Kinder glauben, dass diese Tiere eigentlich kein Recht zum Leben haben. Die Schnecken ermöglichen viele interessante Beobachtungen und nur, was man genauer kennt, kann man auch wertschätzen“, gab sie den Besuchern mit auf dem Heimweg.

Abgerundet wurden der stimmungsvolle Gottesdienst mit einem „Vater unser“, das auch die Tiere mit in den Blick nahm, und dem Lied Laudato si, einer Vertonung des berühmten Sonnengesangs Franz von Assisis, zu dessen Andenken der Welttierschutztag alljährlich gefeiert wird.

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