Humor würzt märchenhafte Sonntagsmatinee

Von: ptj
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Ausdrucksstarke Aufführung:Schneewittchen (Nadine Langen, v.l.), die böse Königin (Dieter Werner), der Prinz (Kerry Jago), die Zwerge Andreas Biel und Marion Armbruster sowie Pater Josef Költringer als „österreichischer Märchenerzähler“ vor einem Weinglas. Foto: Jagodzinska

Barmen. Die erste Sonntagsmatinee des neuen Schuljahres in der Overbacher Klosterkirche gestaltete sich märchenhaft – gewürzt mit einer guten Prise Humor.

Zunächst brachte sich Pater Josef Költringer als „Märchenerzähler mit österreichischem Akzent“ ein – hinter einem Lesepult mit gefülltem Weinglas, aus dem er passend zur Textpassage gelegentlich einen Schluck nahm. Aus „Schneewittchen“ der Gebrüder Grimm, das „eigentlich kein Märchen für Kinder“ sei, ließ er aus Zeitgründen die Passagen um das zu eng geschnürten Mieder und den vergifteten Kamm weg, die beide fast zum Tode der Hauptdarstellerin geführt hätten. Stattdessen beschränkte er sich auf die wesentlichen Punkte der Handlung um die „gottlose“, neidische und mordlüsterne Stiefmutter, die sich am Ende in „rotglühenden Schuhen“ zu Tode tanzen muss.

„Der eigentliche Höhepunkt“ der Sonntagsmatinee schloss sich der Lesung an. Ein Quintett aus dem Overbacher Kammerchor, inklusive Dirigent Kerry Jago, brachte das a-capella-Singspiel „Mozärtliches Schneewittchen“ zu Gehör – mit wundervollen Stimmen, ausdrucksstarker Mimik und Gestik. Die Handlung mit viel Witz und etlichen Accessoires war eingebettet in Opernmelodien von Wolfang Amadeus Mozart. Begleitende Texte las Pater Költringer.

Mit dem Spieglein in der Hand

Mit dem Spieglein in der Hand sang die böse Königin (Dieter Werner) Mozarts Arie der „Königin der Nacht“ aus der Zauberflöte: „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen... so bist du meine Tochter nimmermehr“. In rotem Oberteil und schwarzem Rock mit Silberkrönchen trällerte indes Schneewittchen (Nadine Langen) unverhohlen: „Die Königstochter bin ich ja“. Mit den reduzierten Lautäußerungen „hm hm hm“ auf den Lippen trauerten die zipfelbemützten Zwerge schließlich um das vergiftete Schneewittchen. Bis jenes vom Prinzen mit dem „Odem der Liebe“ aus der Oper „Cosi fan tutte“ wieder zum Leben erweckt wurde.

Kerry Jago glänzte in einer Dreifachrolle: Zunächst trat er in feiner weißer Perücke als Dirigent vor sein Ensemble, um sich sodann in vermeintlich großer Eile ohne Perücke in die Reihe der Interpreten einzugliedern. Zwischendurch verkörperte er mit Andreas Biel und Marion Armbruster die Zwerge, um abschließend als liebender Prinz Schneewittchen zu erlösen.

Die betont humorvoll dargestellte Handlung wurde durch unbeabsichtigte Details noch heiterer: So hatte Dieter Werner als böse Königin, der zwischenzeitlich auch in die Zwergenrolle schlüpfte, offenbar Schwierigkeiten, das Diadem auf der Zwergenmütze zu platzieren, was das Publikum zum Kichern veranlasste.

Abschließend spendeten die Zuhörer in der gut gefüllten Klosterkirche reichlich Applaus.

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