Hotel auf dem Hesselmann-Grundstück?

Von: Volker Uerlings
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War die „gute Stube“ der Stadt an der Aachener Landstraße und wurde vor genau zehn Jahren abgerissen: Haus Hesselmann. Foto: Uerlings

Jülich. Viele jüngere Menschen in Jülich können sich nicht erklären, warum einige ältere Wehmut überkommt, wenn sie an einer Freifläche des heutigen Brückenkopf-Parks vorbeifahren. Hier stand vor gar nicht so langer Zeit noch das Haus Hesselmann, das über fast sieben Jahrzehnte eine der gastronomischen Adressen und vor allem eine angesagte Veranstaltungsstätte der Herzogstadt war.

Vor zehn Jahren wurde es abgerissen. Seit dieser Zeit gab es mehrere Pläne, das Areal zu bebauen. Aus allen wurde letztlich nichts. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Ein Projektierer und Investor möchte auf der Fläche ein Hotel mit Tagungsmöglichkeiten errichten – und zwar ein großes mit bis zu 140 Zimmern. Das bestätigte Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, auf Anfrage. Der Jülicher Stadtrat hat sich dem Projekt am Donnerstagabend mit Vorsicht genähert.

Das Gremium fasste in der nichtöffentlicher Sitzung einen Beschluss: Die Stadt ist demnach grundsätzlich zur Veräußerung des Hesselmann-Grundstücks und von Flächen des benachbarten Stadtgartens bereit, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Darüber unterrichtete Bürgermeister Axel Fuchs unsere Zeitung auf Anfrage. Diese Voraussetzungen sind: Es gibt zum einen eine Zweckbindung zum Bau eines Hotels. Zum anderen gibt es den Vorbehalt, dass Rat und Verwaltung von den konkreten Bauplänen überzeugt werden. Dafür stimmte der Stadtrat mit Mehrheit, sagte der Bürgermeister. Fuchs: „Damit sollen konkrete Planungen möglich werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass das Projekt auch umgesetzt wird.“

Diese Vorsicht scheint geboten, denn die Lage des Grundstücks ist gleichermaßen gut wie problematisch. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Rur, zum Denkmal Brückenkopf, zum Stadtgarten des Parks und zu dessen Hauptbühne unter der großen Zeltkuppel. Ob und wie sich eine Freizeiteinrichtung samt zahlreicher Veranstaltungen mit einem Hotel- und Tagungsbetrieb verträgt, ist eine von vielen Fragen. „Es gibt einen ganzen Strauß davon“, sagt SEG-Geschäftsführer Frank Drewes. „Man muss sich alles im Detail anschauen. Die Projektierer wollten ein Zeichen der Stadt, bevor sie Geld in die Hand nehmen.“ Dieses Zeichen gab es am Donnerstag.

Das Bauprojekt selbst muss natürlich auch abgeklopft werden, wenn Pläne vorliegen. Zu beantworten ist die Parkplatz-Frage – in Rede steht derzeit eine Tiefgarage – ebenso wie die Verträglichkeit mit Denkmalschutzbelangen. In der Vergangenheit gab es von Denkmalschützern die Forderung nach „freier Sicht“ auf den napoleonischen Brückenkopf.

Auch die Verkehrsanbindung ist zu klären, wenn ein großer und nach ersten Informationen länglicher Baukörper entsteht, der ja dann von möglichst vielen Gästen angesteuert werden soll. Die heutige Rurbrücke wird kaum verbreitert werden können. Ein Komplex mit Tiefgarage müsste vor Hoch- und Grundwasser geschützt werden.

Es scheint also wahrscheinlich, dass noch reichlich Wasser die Rur hinunter fließt, bevor über eine Realisierung entschieden werden kann. Im April oder Mai sollen erste Informationen über einen möglichen Betreiber vorliegen.

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