Holzhacker-Buam in Jülich mit Kraft und Geschick

Von: Kr.
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Beim „Fiaker Pulling“ musste zwar keine Kutsche, aber eine tonnenschwere Karosse gezogen werden. Auf nassem Untergrund war das besonders schwierig. Foto: Kròl
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Sieger des Wettkampfes im Brückenkopf-Park war die Gruppe Hackepeter aus Koslar – hier beim Axtdart. Foto: Kròl

Jülich. Offene Türen rannte Hauke Bochem bei der Geschäftsführung des Jülicher Brückenkopf-Parks mit seiner Idee ein, in der Freizeiteinrichtung eine Holzhacker Meisterschaft auszurichten. Erfolgreich hatte er diese Veranstaltung bereits in der Neusser Skihalle erprobt, und schnell fanden sich auch einige Teams, die sich dieser Herausforderung stellen wollten.

Den 1. Holzhacker-Meisterschaften in Jülich stand nichts mehr im Weg. Sieben Teams mit jeweils vier Teilnehmern gingen am Sonntag an den Start und maßen in so exotischen Disziplinen wie Single Buck, Fassrollen, Axtdart, Fiaker Pulling und Speedkraxeln ihre Kräfte.

Die Sportarten machen ja schon deutlich, dass der Spaß im Vordergrund steht. Die Jülicher Karnevalsgesellschaft CCKG schickte eine Mannschaft ins Rennen, das Hitradio 100,5, das auch für Unterhaltung am Lindenrondell sorgte, war mit einem Team vertreten. Ihre Snowboards, auf dem sie wahre Meister sind, hatte das CAD-Team (Chill and Destroy) mit der Axt getauscht.

Die Waldburschen brachten 425,8 kg aus dem Laachweg Koslar auf die Bühne, das Irish-Pub Team mit ihrem Wirt Ross war dabei, Hackepeter nannte sich eine weitere Gruppe, und BMSD war ein Club aus Körrenzig und Kofferen, der die Spielkarten aus der Hand gelegt hatte, um kräftig mitzumischen. Sie gaben ihr Bestes trotz der Gaudi, denn schließlich ging es für sie alle um eine Reise nach Flachau/Österreich.

Der Schirmherr hat versagt...

Schade war nur, dass es während des gesamten Wettbewerbs in Strömen regnete. Dennoch verfolgten zahlreiche Zuschauer die Wettbewerbe. So mancher Fanclub hatte sich schnell gegründet, um sein Team lautstark anzufeuern. Gekommen war auch Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn, der aber angesichts des Wetters schmunzelnd gestand: „Ich habe als Schirmherr versagt.“ Und doch ging es rund um Bühne und Parcours recht lustig zu. Durch die Veranstaltung führten Initiator Hauke Bochem und Captain Britz, DJ von der Neusser Skihalle.

Mit Axtdart stiegen die Teams in den Wettbewerb ein, eine technische Disziplin, die mehr Geschick als Kraft erforderte. Es galt, mit dem zweischneidigen Gerät eine Dartscheibe so zu treffen, dass die Axt möglichst nahe der Mitte in einer Zielscheibe stecken blieb. Schnelligkeit und Geschick waren auch beim Fassrollen gefordert, bei dem ein 100-Liter-Eichenfass über einen 50 m langen Parcours gerollt werden muss. Es war als Staffellauf angelegt. Bei diesen beiden Durchgängen konnten auch die wenigen Damen, die mit am Start waren, punkten.

Bei den nächsten beiden Sportarten mussten sie sich aufs Anfeuern beschränken, denn der Umgang mit der Single Buck, einer Langsäge, erfordert Muskelkraft. Möglichst schnell sollte hier eine Scheibe von einem 45 cm langen Baumstamm abgesägt werden. Beim Fiaker Pulling hieß es, eine zwei Tonnen schwere Kutsche mit zwei Männern zu ziehen. In Ermangelung eines Fiakers musste ein Auto herhalten. Beim Speedkraxeln ging es acht Meter in die Höhe. Nur mit Hilfe von Gurten mussten zwei Spieler einen Baumstamm hochklettern.

Hin und her wogte der Vergleich: Mal führte das 100,5-Team die Wertung an, mal die Hackepeter, mal die CAD-Spieler, doch am Ende waren die Hackepeter die verdienten Sieger. Auf Platz zwei kam das Team vom Hitradio 100,5, Dritte wurden Chill and Destroy. Auf Platz vier landete der Laachweg, Fünfter wurde BMSDS, Sechster das Team vom Irish Pub und Siebter die Karnevalsfreunde der CCKG.

Einer war aber an diesem Tag der absolute Meister: Sport-Holzfäller und Forstwirt Dirk Braun demonstrierte, wie die Profis vorgehen. 25 Schläge benötigte er, um mit seiner Axt einen 45 cm dicken Baumstamm zu fällen. Die Single Buck beherrscht er aus dem Effeff und benötigte nur 21 Sekunden, um einen Stamm durchzusägen. Doch am meisten staunten die Zuschauer über seine Handhabung der Hot Saw, einer Motorsäge mit sage und schreibe 65 Pferdestärken.

27 Kilogramm ist sie schwer. In Sekundenschnelle hatte er damit eine Baumscheibe von einem solchen Stamm gesägt. Noch viel üben müssen da die Holzfäller-Sportler, wollen sie sein Niveau erreichen. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass sie dieses Ziel haben, denn sie wollten einfach nur Spaß haben. Auch die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten und hoffen auf einen Neuauflage. Vielleicht spielt dann ja auch der Wettergott mit.

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