Hoher Parkdruck rund um die Tafel sorgt weiter für Unmut

Von: Otto Jonel
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Kommunalpolitiker und Anwohner der von-Reuschenberg-Straße wollen sich mit der Tafel über eine Verbesserung der Parksituation unterhalten. Foto: Jonel

Jülich. Es schien ruhiger um die Situation in der von-Reuschenberg-Straße in Jülich geworden zu sein. Nachdem sich die Anwohner vor den politischen Gremien der Stadt über die Beeinträchtigungen beschwert hatten, die sie mit Einzug der Jülicher Tafel in ein ehemaliges Geschäftshaus an der Ecke zur Lorsbecker Straße hinnehmen mussten, hatten sich die Zustände anscheinend gebessert.

Doch der Schein trügt: „Alles, was man uns versprochen hat, ist noch nicht umgesetzt”, sagt Roswitha Frigger. Nach über einem halben Jahr ist das einzige sichtbare Zeichen einer Verbesserung die weiß markierten Parkplätze, die halb auf den Bürgersteig gemalt wurden.

Die Anwohner haben erneut um Hilfe gebeten. Sie luden Vertreter der Ratsfraktionen ein, um ihnen ihr Leid zu klagen und Abhilfe einzufordern.

Verhältnis wuchert aus

Es ist in erster Linie immer noch der hohe Parkdruck, der an den Ausgabetagen der Tafel auf der Straße lastet. Dann, schildern die Anwohner plastisch, sei die gesamte von-Reuschenberg-Straße völlig zugeparkt. „Wir richten schon unser eigenen Einkaufszeiten nach den Tafelzeiten”, nennt Birgit Febel eine Reaktion auf die zugeparkte Wohnstraße. Andere Beispiele, die Anke Talarek (Bündnisgrüne), Margret Esser-Faber (CDU), Winfried Cremerius (FDP) und Heinz Schaaf (JÜL) geschildert werden, sind drastischer.

Birgit Febel hat die Parker zu Normalzeiten aufgelistet. Auf 14 Stellplätze kommen 26 Autos. Das Verhältnis wuchert völlig aus, wenn die Tafel-Klientel zu Ausgabezeiten „anrollt”. Dann gibt es selbst für das Müllfahrzeug kein Durchkommen mehr.

Etwas Erleichterung erhofft sich Schaaf durch eine schnell umsetzbare Maßnahme. Durch eine bessere Auszeichnung des Parkplatzes vor der Rochuskirche ließen sich zusätzliche Stellflächen schaffen.

Das Parkproblem bietet offensichtlich das größte Konfliktpotenzial und muss dringlich gelöst werden, ist eine Erkenntnis aus dem Gedankenaustausch zwischen Anwohnern und Stadtpolitikern. Aber es gibt ein weiteres, schwieriger zu lösendes. Die Anwohner fühlen sich zunehmend Anfeindungen mancher Empfänger ausgesetzt, die zum Teil bereits eine Stunde vor der offiziellen Öffnung des Tafel-Geschäfts schon Position im Tafel-Umfeld beziehen.

„Die Animositäten kann man nur glätten, wenn man miteinander redet”, meinten Anke Talarek und Margret Esser-Faber, während Winfried Cremerius ein gemeinsames Fest von Anwohnern und Tafel(kunden) vorschwebt. Die Anwohner sind skeptisch. Roswitha Frigger: „Wir haben das immer versucht. Aber seit wir uns an die Presse gewandt haben, spricht man nicht mehr mit uns.”

Dieser gekappte Kommunikationsdraht soll nun wieder zusammengefügt werden. Unter Moderation des Ortsvorstehers, Dr. Peter Krautwasser, sollen sich Tafel-Vorstand, Anwohnervertreter und Doris Vogel als Leiterin des Sozialamtes zusammensetzen und beratschlagen, wie man zu einem verträglichen Miteinander kommt. Interesse an einem Platz in dieser Runde hat ebenfalls die Leitung des Rochus-Kindergartens signalisiert. „Innerhalb der nächsten drei, vier Wochen sollte der Gesprächstermin stattfinden”, setzte Franz-Josef Köhne, der den Vorsitzenden des Sozialausschusses Harald Bleser vertrat, als zeitliches Limit.

Lösung der Probleme

Die Anwohner werden mit einer Forderung aufwarten, von deren Erfüllung sie sich die Lösung eines Großteils aller Probleme erhoffen. „Wir fordern eine Aufsicht. Das haben wir immer gesagt”, bringt es Roswitha Frigger auf den Punkt. Eine solche Aufsicht, die den Parkverkehr regelt, aber auch die Menge der Wartenden im Auge hat und unliebsame Ausreißer unterbindet, hat es zeitweise gegeben. Im Übrigen recht erfolgreich, wie die Anwohner bestätigen.
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