Hohe Strafen freuen die Polizei

Von: Margret Vallot
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Geschwindigkeits-Uberschreitungen in- und außerhalb von Ortschaften sind hierzulande an der Tagesordnung. Autofahrer sind im schlimmsten Fall mit 680 Euro dabei. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Wer sich im Straßenverkehr danebenbenimmt, wird zur Kasse gebeten - und das neuerdings nicht zu knapp. Die früher üblichen Summen wurden teilweise verdoppelt. Eine Maßnahme, von der man sich bei der Polizei in Düren viel verspricht.

Kreispolizei-Sprecher Willi Jörres erklärte, dass der neue Bußgeldkatalog in allererster Linie einem Zweck dient: Unfälle zu verhindern. Die Erhöhung der Bußgelder sei „zielgerichtet” auf die Verstöße angelegt, die Hauptunfallursachen sind.

Raser, Drängler, Alkoholsünder und alle, die bei Rot über die Ampel fahren, werden demnächst tiefer in die Taschen greifen müssen. Darüber darf sich der Kreis Düren freuen, denn in die Kassen des Kreises fließen alle Bußgelder, die die Polizei erhebt. 2008 waren es 1,1 Millionen Euro.

Nebenbei erwähnt: Verwarnungsgelder, das sind Summen bis 35 Euro, erhebt ebenfalls die Polizei (z.B. wenn man beim Abbiegen nicht blinkt). Aber die fließen in die Kasse des Landes NRW. Ordnungsgelder wiederum, etwa für falsches Parken, werden bundeseinheitlich festgesetzt und kommen in die Stadtkasse.

Starenkästen hat hierzulande der Kreis aufgestellt und 2008 genau 380.000 Euro kassiert. Und weil Düren eine Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern ist, hat auch Düren aus Starenkästen und mobiler Verkehrsüberwachung eigene Einkünfte.

Den Polizeibeamten im Kreis Düren geht es aber gar nicht ums Kassieren, wie Polizeidirektor Werner Eismar erklärt, „sondern um das Vermeiden von Unfällen”. Laut Eismar spielt die Geschwindigkeit immer eine große Rolle, wenn es um die Folgen eines Verkehrsunfalls geht. Je höher das Tempo, desto katastrophaler die Folgen bei einem Unfall, „insbesondere auch für die unschuldig Betroffenen”.

Schweden und die Niederlande haben europaweit die höchsten Bußgelder, „und genau diese Länder haben auch die niedrigste Unfallquote”. Sehr hohe Sanktionen wirken sich also sehr wohl aus, davon ist Eismar felsenfest überzeugt. Sogar deutsche Autofahrer führen in den Niederlanden disziplinierter, weil die hohe Strafe abschreckend wirke.

Um schwere Unfälle zu vermeiden, arbeiten Stadt Düren, Kreis Düren und die Polizei eng zusammen. Kontroll-Einsätze werden koordiniert. In zwei Wochen dürften bereits die ersten hohen Bußgelder, beispielsweise wegen Alkohol am Steuer (500 Euro), Drängeln auf der Autobahn (400 Euro) oder zu schnelles Fahren in Ortschaften (bis zu 680 Euro) eingehen. Sechs bis acht Wochen dauert es gewöhnlich, bis die Zahlungsaufforderung ankommt. Vor Ort darf die Polizei nur Summen bis maximal 35 Euro in bar oder per EC-Karte kassieren.

Notorischen Verkehrssündern bleibt ein Trost: Die Gebühren für das Falschparken sind nicht erhöht worden.
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