Höllenritt zum Operationstisch: Jülicher Malteser in Eil-Mission

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Jülich. Manchmal sind die Einsätze oder Aufträge mit großer Dramatik verbunden, die den Malteser Hilfsdienst Jülich ereilen. Vor nicht allzu langer Zeit fragte die Rettungsleitstelle beim Malteser nach einem Fahrzeug, das einen Patienten transportieren sollte. Grundsätzlich nichts Außergewöhnliches, aber diesmal hatte es einen besonderen Hintergrund.

Es handelte sich nicht um einen Transport mit einem Rettungswagen oder Krankenwagen, sondern es musste umgehend ein schneller Pkw besetzt werden.

In Jülich wartete Peter Hess schon seit einigen Jahren auf ein Spenderherz. Gerade in Bad Oeynhausen aus der Klinik entlassen, kam er nach einem stationären Aufenthalt zurück nach Hause. Gegen Nachmittag traf der Anruf aus der Klinik auf dem Handy seiner Frau ein, mit dem keiner mehr gerechnet hatte. Ein Spenderherz war da. Peter Hess musste umgehend zurück in die Klinik zur Transplantation. Das Zeitfenster war knapp, denn er musste in höchstens zwei Stunden in der rund 270 Kilometer entfernten Klink sein. Eigentlich ein Einsatz für den Hubschrauber, aber dieser konnte wetterbedingt nicht starten.

Die Malteser wurden von der Rettungsleitstelle Düren alarmiert. Ein schnelles Fahrzeug mit einem erfahrenen Fahrer musste her. Bereits wenige Minuten nach dem Anruf fuhr das Fahrzeug bei Peter Hess vor.

Nun ging es los mit Blaulicht durch den Berufsverkehr in Richtung Westfalen. Nach unter zwei Stunden wurde der Herzpatient in der Klinik in Bad Oeynhausen dem OP-Team übergeben. Eine kurze Verabschiedung mit dem Versprechen, nach der Genesung sich einmal in Ruhe bei den Maltesern die Fahrzeuge und die Wache anzusehen.

Nach seiner erfolgreichen Operation besuchte Peter Hess vor kurzem die Malteser und bedankte sich für die Fahrt. „Die professionelle Fahrweise ließ mich die rasante Fahrt wirklich genießen und die bevorstehende OP vergessen. Wichtig ist mir, mit dieser Möglichkeit den Organspendern und Familien meinen Dank auszusprechen.“

In aller Ruhe schaute sich der Herzpatient diesmal die Fahrzeuge an und besichtigte die Wache. Für die Blumen für Familie Hess hatte Peter Hess im Gegenzug eine Überraschung für die Malteser. „Sie haben mir geholfen, jetzt helfe ich ihnen“, übergab er einen Gutschein, mit dem die Malteser von seinem Wissen als Selbstverteidigungslehrer profitieren können.

„Das ist es, was unsere Arbeit ausmacht – Menschen zu helfen. Spontan und in jeder Lebenslage. Da freut man sich, wenn man später mitbekommt, dass der Einsatz Leben gerettet hat und man erfolgreich helfen konnte“, meinte der Leiter Einsatzdienste Maximilian Jankowski.

Die Malteser in Jülich fahren unter anderem für die Deutsche Stiftung Organtransplantation häufig Organe und Ärzteteams. Alles mit ehrenamtlichen Fahrern. Die weiteste Tour ging nach Leipzig. Gesamtbilanz von 24 Stunden: Rund 3000 Einsatzkilometer.

Interessierte, die gerne mithelfen, können sich melden unter Telefon 02461 / 973522. Voraussetzung ist der Führerschein für Pkw und ein Mindestalter von 19 Jahren.

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