Hochwasserschutz in Engelsdorf in der Planung

Von: gep
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Aldenhoven. Nach der „Sintflut” in Engelsdorf am Abend des 7. August ist die Planung angelaufen, um den Hochwasserschutz in der ortschaft zu verbessern.

Im Bauverwaltungsausschuss der Gemeinde Aldenhoven stellten der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und die Ingenieurgesellschaft Jochims & Burtscheidt, Düren, ein Grobkonzept vor.

Die Planung wird etwa fünf Monate in Anspruch nehmen, dann kann das Genehmigungsverfahren beim Kreis Düren eingeleitet werden. Ausschussvorsitzender Reinhard Paffen (CDU) forderte, dass das Projekt „mit Hochdruck” vorangetrieben werden müsse.

Wie die Ingenieure ausführten. soll ein Grabensystem angelegt werden, das für 100-jährige Ereignisse ausgelegt ist, also Starkregen mit 1,2 Kubikmeter je Sekunde bewältigen kann, der auf 70 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche niedergeht. Die Sohle der offenen Gräben wird 60 Zentimeter breit sein, das (unterirdische) Rohr wird einen Durchmesser von 1,10 Meter haben. Abgeleitet wird das Wasser dann in den Merzbach.

Am 7. August hatten in weniger als zwei Stunden rund 70.000 Kubikmeter Schlamm und Wasser Engelsdorf überflutet. Teilweise bis zum Bauch standen die Bewohner im Wasser, ein über 80-jähriger Rentner wäre fast in den Fluten umgekommen, als das Wasser gegen sein Hoftor anbrandete. In letzter Sekunde konnte es von mehreren Männern aufgedrückt und der Senior so gerettet werden.

Die Baukosten für das Grabensystem veranschlagte Ingenieur Stefan Burtscheidt auf etwa 500.000 Euro. Diese Summe und den Unterhalt wird der WVER übernehmen, erklärte Verbandsingenieur Franz-Josef Hoffmann, - und damit indirekt der Kreis Düren als zahlendes WVER-Mitglied.

Das Grabensystem, so Burtscheidt, stelle aber „keinen 100-prozentigen Hochwasserschutz” dar. Aber die Schäden, so Hoffmann, „werden deutlich gemindert” und für die Anwohner gebe es einen „Zeitgewinn”.

„Entscheidend” für die Realisierung sei aber der Grunderwerb von Parzellenstreifen längs der Wege in der Gemarkung.

Rinnen reichen nicht

Im Jahr 2000 war bereits ein Grabensystem geplant und dessen Finanzierung gesichert worden, doch scheiterte das Projekt 2002 an der fehlenden Zustimmung von (auswärtigen) Grundeigentümern. Daher waren als Behelf quer über die Koslarer Straße zwei große Rinnen angelegt worden. Doch dieses Provisorium erwies nur bis zu den Hochwasserschäden im Jahr 2008 als ausreichend.

Wenn man jetzt nicht mit Grundeigentümern einigen werde, bedeute das, so Hoffmann, einen „Super-GAU” für die Engesldorfer. Enteignungsverfahren schloss er aus, das sei unüblich. Er unterstrich aber eindringlich, dass Starkregen auch „Schäden am Produktionsfaktor Boden” verursachten und die Erosion auf den Äckern beschleunigten.
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