Schleiden/Düren - Hochdruckverfüllung des Luftschutzstollens kann realisiert werden

Hochdruckverfüllung des Luftschutzstollens kann realisiert werden

Von: gep
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Schleiden/Düren. Eine Hochdruckverfüllung des Schleidener Luftschutzstollens mit Beton ist „technisch machbar“. Das sagte Landrat Wolfgang Spelthahn am Montag. Der 70 Jahre alte Stollen ist die höchstwahrscheinliche Ursache für Erdbrüche an der Siersdorfer Straße.

Der etwa 65 Meter lange Stollen in bis zu zehn Metern Tiefe erstreckt sich über insgesamt sechs Grundstücke an der rückwärtigen Front der Häuser, die nach 1999 auf den dortigen Wiesen erbaut worden sind, entlang.

Wie Spelthahn erklärte, sei das Ordnungsamt des Kreises sofort aktiv geworden. Oberstes Ziel sei, die Sicherheit der dort lebenden Menschen zu gewährleisten und keiner weitere Risiken mehr zuzulassen. Der Landrat: „Ich habe volles Mitgefühl mit den Anwohnern.“ Nach derzeitigem Stand sei eine Gefährdung der Häuser aber nicht gegeben. Die Erdbrüche – metertiefe Krater bis hin zu Bodendellen – sind bisher nur in den Gärten aufgetreten.

Nun müsse, so der Landrat, zunächst geklärt werden, ob der Stollen ein privates oder ein staatliches Schutzbauwerk sei. „Auf den ersten Blick“ stehe aber die öffentliche Hand nicht in der Haftung.

Er wolle, so der Landrat, jetzt erstmal alle Beteiligten an einen Tisch holen, um nach der Klärung der offenen Fragen „ein Gesamtpaket zu schnüren“.

Nach Ansicht der Anwohner „handelt es sich nicht um einen privat angelegten Luftschutzstollen“. Dass es sich beim „Luftschutzstollen Schleiden 2“ um einen öffentlichen Schutzbau handele, belege ein Rathaus-Protokoll vom 23. März 1943. Dort heißt es: „Die Gemeindeältesten regen an, in Schleiden den 3. Bunker auszubauen.“ Unterschrieben ist der Vermerk vom damaligen Aldenhovener Bürgermeister und NSDAP-Ortsgruppenleiter Franz Zantis.

Auch gebe es ein Schreiben des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV) vom April 2009. Darin wird ein Bauherr an der Siersdorfer Straße darauf hingewiesen. dass das Grundstück „eventuell über einem möglicherweise nicht verfüllten Luftschutzstollen liegt, so dass ein standfester Baugrund gegebenenfalls nicht vorliegt“.

Damit ist für die Anwohner klar: „Bei der Gefahr, die von einem solchen alten Stollen ausgeht, hätte es nie zu einer Baugenehmigung kommen dürfen.“

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