Hoch schlagen die Wogen bei der Kostümsitzung der Jülicher KG Ulk

Von: kr
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Karneval ist generationenübergreifend wie Heimatredner Heino (Bücher) und Enkelsohn Leon anschaulich bewiesen. Foto: Kròl

Jülich. Wenn die große Ulk-Familie feiert, will jeder dabei sein. Ein voll besetztes Haus begrüßte daher Ulk-Präsident Jörg Bücher zur großen Kostümsitzung, hielt aber gleich mit der Kritik am Veranstaltungsort nicht hinterm Berg. „Im Musterbeispiel stadtpolitischer Wohltätigkeit“ hieß er seine Gäste willkommen, doch die Freude am Fest ließ sich niemand nehmen.

So herrschte von Beginn an eine Bombenstimmung und zahlreiche Größen des rheinischen Karnevals gaben sich in der Jülicher Stadthalle die Klinke in die Hand. Die Ehrengarde der Stadt Köln ganz in Grün und Gelb geleitete den Elferrat auf die Bühne. Sie hatten alles mitgebracht, was ihre Garde zu bieten hat, vom Spielmannszug über Tanzpaar bis hin zum Tanzcoprs. Damit lieferten sie einen Einstand nach Maß ab und bereiteten den Boden für das Jülicher Kinderdreigestirn vor.

Prinz Roman, Prinzessin Dana und Bauer Kai zeigten wieder einmal, dass sie Karneval im Blut haben, und meisterten ihren Auftritt souverän und mit einer gehörigen Portion Routine. „Kinder an die Macht“, stand über ihrem Auftritt zumal bei dieser Gelegenheit auch der Ulk seinen hoffnungsvollen Nachwuchs vorstellte.

Das Karnevalsgen im Blut hat Leon Bücher zweifellos und eine ganze Menge von Großvater Heino gelernt. Im besten Jülicher Platt berichtete er von den Erlebnissen seiner Familie auf einer Kreuzfahrt und stellte abschließend fest „Ne Fastelovendjeck wird net seekrank.“ Und dann war es auch schon wieder soweit. Für eine gute Viertelstunde befanden sich mit Präsident Jörg Bücher, seinem Neffen Leon und Heino Bücher drei Generationen der karnevalistischen Familie auf der Bühne.

Nix dodran jedonn

Ohne Umschweife legte Heimatredner Heino dann auch gleich los. Das Thema Stadthalle griff er noch einmal auf und meinte: „En janze Hall, die wolle mer hann. Mer sin überzeugt davon, dat extra nix dodran jedonn wütt.“ Er schimpfte auf Bürgermeister, Verwaltung und die „Holzköpp“ von Stadtrat und erinnerte sie daran, dass die Stadt für ihre Bürger da zu sein hat. „Die wütt met Schmackes für die Wand gefahre. Ich kann et nett me hüre“, schloss er dieses Kapital ab und wandte sich seinem Freund Schäng zu, der sich einer strengen Diät verschrieben hatte. Das Ende vom Liede war klar: „Er hott all widder zogenomm“, stellte Bücher fest und schloss seine viel umjubelte Rede mit der Erkenntnis: „Für schlechte Zeiten muss ne Mann auch noch wat zuzusetzen hann.“ Eine Rakete wurde für ihn abgefeuert und gemeinsam mit seinem Enkel verließ er die Bühne.

Kuhl un dä Gäng

Hoch schlugen die Stimmungswogen als Kuhl un de Gäng, die in der alt ehrwürdigen Stadthalle mächtig abrockten. Sie sind die Senkrechtstarter der Session mit ihren Stimmungsliedern, denen sie ein neues, rockiges Gewand verpasst hatten.

Was im deutschen Bundestag so abgeht weiß wohl niemand besser als die beiden Huusmeister vum Bundesdaach, die bei ihrer Arbeit tagtäglich mit unseren Politiker zusammentreffen und hinter die Kulissen schauen. Sie nahmen sie auch noch musikalisch aufs Korn. Vom Spaß haben und vom positiven Denken erzählte Knacki Deuser, hatte die Generationen ausgiebig studiert und gegenüber gestellt und erntete für seinen Vortrag die zweite Rakete des Abends.

Etwas fürs Auge boten die Kammerkätzchen und Kammerdiener mit ihrer zum Teil akrobatischen Tanzdarbietung. „Piraten“, „Kumm mer lääve“, wer dies hört, weiß sofort, das kann nur Casalla sein. Mit dieser Musikgruppe hatte der Literat des Ulks einen sicheren Griff getan. Der Saal kochte und tobte doch Liselotte Lotterlappen alias Joachim Jung gelang es dennoch, anschließend die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Mit Kölschraum endete diese Sitzung, die wieder einmal gespickt war mit Höhepunkten und keine karnevalistischen Wünsche offen ließ.

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