Hitzeschlacht um Tortuga beim Piraten-Abenteuer

Von: Mira Otto
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...und Action! Bis an die Zähne bewaffnet stürmte die Piratenhorde gegen die verhassten Rotröcke vor. Unter sengender Sonne ein wahrlich schweißtreibendes Unterfangen. Foto: Mira Otto
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Die Musikgruppe Ye Banished Privateers ist seit der Premiere fester Bestandteil des Piratenfestes. Foto: Mira Otto
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Wo es was zu trinken und zu feiern gibt, ist er dabei: Käptn Jack Sparrow. Foto: Mira Otto

Jülich. Mit der vierten Auflage von „Pirates – eine abenteuerliche Zeitreise“ wurden die Besucher des Jülicher Brückenkopf-Parks in Zeit der Piraten des 17. und 18. Jahrhunderts zurückversetzt. Damit liegt das größte Piratenfest Europas im Jülicher Hafen vor Anker.

Besonders die musikalischen Programmpunkte mit Gruppen aus aller Welt stellten ein besonderes Highlight des Festes dar. Darunter auch die Sweden „Ye Banished Privateers“, die seit Beginn der Veranstaltung mit dabei sind. „Unser Stil ist von alten Schiffliedern inspiriert“, sagte Peter Mollwing alias Black Powder Pete und führte fort: „Eine sehr kraftvolle Musik, die bei Wind und Wetter von der Crew mit einem starken Rhythmus gespielt wurde.“

Begleitet wurden die selbst geschriebenen Titel der Gruppe wie „Color of Sin“, der von einer blutrünstigen Frau mit vielen Verehrern handelt, von einer vielseitigen Bühnenshow. Darunter auch Feuereffekte oder das gespielte Ertränken eines Kameraden, was vom Publikum freudig aufgenommen wurden.

„Ein Pirat zu sein, das ist mehr als nur die Kleidung. Es ist der Glaube an Freiheit, die Gemeinschaft untereinander und gegenseitige Hilfe“, sagte Capt’n Walt Boozer (Walter Castayno), seines Zeichens Frontsänger der italienischen Band „Brigada Pirata“.

Doch natürlich waren die Piraten zwischen Porto Bello (Südbastion), Main Sail (Kuppelzelt) und Tortuga (Nordbastion) nicht ohne Gegner. „Als britische Marineinfanterie schützen wir die Besucher vor dem ekelhaften Seefahrervolk“, umschrieb der Offizier der Rotröcke Olaf Küppers seine Rolle.

Speziell ein Pirat bereitete den englischen Soldaten an diesem „Pirates“-Wochenende Bauchschmerzen. Jack Sparrow tummelte sich unter den Seeleuten. Schließlich entdeckt und gefangengenommen stellten sich die Rotröcke während des Programmpunktes „Kampf um Tortuga“ für seine Hinrichtung auf. Weibliche Piraten, die sich unter die Zuschauer gemischt hatten, skandierten „Lasst ihn frei“ und „Nieder mit der Marine“, während die Sonne auf Jack am Galgen niederbrannte.

Schließlich brach eine Gruppe von Piraten aus den Gewölben der Bastion und lieferte sich mit den britischen Soldaten unter Kanonendonner und dem Knall der Schüsse ein Gefecht. „Wo ist Sparrow?“, ließ einer der Piraten verlauten, nachdem der Kampf gewonnen war. Denn der umtriebige Pirat hatte unbemerkt seinen Kopf aus der Schlinge gezogen und war geflüchtet.

Auch für Kinder war auf dem Fest einiges geboten. Neben einem Sandareal mit vergrabenen Schätzen und Wasserspielen war bei den kleinen Besuchern „Mr. Johnson’s Piratenschule“ besonders beliebt. Dort konnten die Jungen und Mädchen den Alltag eines Piraten durchleben und mussten einen Parcours bewältigen. Die Disziplinen setzten sich unter anderem aus Deckschrubben, Entern und Tauziehen zusammen.

„Die Atmosphäre hier ist der Wahnsinn. Wir fahren 600 Kilometer, um hier zu sein“, sagte Manfred Pfeiffer aus Regensburg zu „Pirates“, welcher sich in einem aufwendigen Jack-Sparrow-Kostüm über das Fest bewegte und zusammen mit seiner Frau, die als Davy Jones verkleidet war, keinem Fotografen entkommen konnte.

„Diese Veranstaltung ist unser Herzensprojekt“, erzählte einer der Veranstalter, Dominik Wrhel „Dieses Jahr war das größte Problem die Hitze, auf die wir, den Besuchern und der Sicherheit zuliebe, schnell reagieren mussten.“ Aufgrund dessen wurden auf dem gesamten Gelände die Anzahl der Schattenplätze vergrößert, Planschbecken und Wasserfontänen installiert sowie ein Wasserhahn zur Verfügung gestellt, an dem sich die Besucher unentgeltlich das kühle Nass in Flaschen füllen konnten.

„Das Schöne an unserem Fest ist die Interaktivität zwischen den Akteuren und den Besuchern. Dadurch erscheint jedes Geschehen auf dem Fest realer und man kann sich besser in die Piratenwelt hineinversetzen“, sagte Mitveranstalter Ralf Winterhoff und folgte mit dem Blick einer Patrouille der Rotröcke, die sich den Weg durch die Besucherströme bahnte.

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