Historiker präsentiert Dokumentation über Aldenhoven 1925

Von: gre
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Es gab viele Interessenten für die neueste Broschüre über Aldenhovens jüngere Vergangenheit, die von Professor Günter Bers (links im Bild) verfasst worden ist. Foto: Greven

Aldenhoven. Aldenhovens Vergangenheit lässt ihn einfach nicht los, seit er sich erstmals 1986 mit ihr auseinandergesetzt hat. Nun hat Professor Günter Bers seine jüngste Dokumentation über „Die Gewerbe- und Sozialstruktur von Aldenhoven (Krs. Jülich) im Jahre 1925“ vorgestellt.

Die vielen Besucher im Ludwig-Gall-Haus überraschten den Historiker doch sehr. Er brauchte sich hier nicht über eine mangelhafte Akzeptanz beklagen. Günter Bers stellte heraus, dass der Ort Aldenhoven in früheren Zeiten eine besondere Bedeutung gehabt habe durch seine „Zwitterstellung“ zwischen einer Landgemeinde und einer Stadt. Der ursprünglich zum Kölner Dom gehörende Ort sei von den Jülicher Herzögen verwaltet worden, „die hier stets einen Fuß in der Tür gehabt haben“. Als Merkmale für Aldenhovens frühere Bedeutung bezeichnete er das Vorhandensein eines Amtsgerichtes und eines Notariates, ferner des 1900 leider eingegangenen Marktrechtes. Dennoch habe es nie zu einer Verleihung der Stadtrechte gereicht.

Herausgehobene Stellung

Gegenüber anderen Gemeinden dieser Größenordnung habe man eine herausgehobene Stellung und Bedeutung gehabt, nicht zuletzt dank guter Verkehrsanbindungen. Es habe in der Entwicklung aber eine gewisse Stagnation gegeben, mit der man sich offenbar zufrieden gegeben habe. „Aldenhoven hat mehr zu bieten.“

Über Aldenhovens Zeit im Mittelalter sind dem Historiker die Recherchen wesentlich leichter gefallen. Die Ursache ist darin zu suchen, dass in der ersten Nachkriegszeit und auch noch wesentlich später einmal versehentlich Altakten vernichtet worden sind. Dabei war es zu Preußens Zeiten verpflichtend, dass der Bürgermeister eine Chronik über seine Gemeinde zu führen hatte. (Bers: „Leider heute nicht mehr“.) Für seine jüngsten Recherchen bediente er sich einer von der IHK Stolberg über das Jahr 1925 aufgestellten Publikation, die er mit der Entwicklungsgeschichte einiger Gewerbebetriebe anreicherte.

Interesse der Bevölkerung

Bemerkenswert für das Aldenhoven der 1920er Jahre ist die Existenz eines Wasserwerkes, welches heute noch besteht, und von drei Krautfabriken, in denen die Zuckerrüben und das Obst der landwirtschaftlichen Betriebe nicht nur des Ortes, sondern auch der Umgebung verarbeitet wurden. Günter Bers hat Aldenhoven (im übertragenen Sinne) noch nicht abgeschrieben. Ihn drängt es trotz seiner inzwischen 74 Jahre noch, ein geschlossenes Werk, eine Zusammenfassung über die sehr interessante Gemeinde Aldenhoven zu schreiben. Ein Interesse der Bevölkerung hieran ist offensichtlich vorhanden.

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