Historiker beschreibt Albina-Verehrung in Jülich

Von: Kr.
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Propst Josef Wolff (l.) und Prof. Günter Bers stellten die Publikation über die Verehrung der heiligen Albina in Jülich vor. Foto: Kròl

Jülich. Zahlreiche Veröffentlichungen auch aus der Feder von Prof. Günter Bers gibt es bereits zur Jülicher Geschichte, doch vernachlässigt wurde oft die Kirchengeschichte. Diese Lücke möchte der Historiker schließen und sich mit den Heiligen, die in und um Jülich verehrt wurden, näher befassen.

Mit der Veröffentlichung „Der Kult der Katakomben-Heiligen Albina in der Stadt Jülich 1665-1944“, Nr. 24 der Kleinen Schriftenreihe der Joseph Kuhl Gesellschaft, macht er den Anfang.

Vorgestellt wurde das Büchlein, das sich auf rund 50 Seiten mit der Verehrung der Heiligen und dem geschichtlichen Hintergrund befasst, in der Christinastube vor etlichen interessierten Zuhörern. Dabei galt Günter Bers Dank vor allem Propst Josef Wolff und der Pfarrei, die den Druck finanzielle unterstützt hat.

Nur wenigen Jülichern ist die Heilige Albina, eine Katakomben-Märtyrerin aus Rom, überhaupt in Erinnerung. Sie spielte im Vergleich zur Heiligen Christina eine eher untergeordnete Rolle. 1650 wurden ihre Gebeine in einer neu entdeckten römischen Katakombe gefunden.

Kloster Reliquien geschenkt

Das damals in Rom lebende Oberhaupt des Jesuitenordens, der gebürtige Jülicher Goswin Nickel, ließ sie in seine Heimatstadt bringen. Er schenkte die Reliquie dem Kloster der Chorfrauen vom Heiligen Grab, den Sepulchrinerinnen. In diesem neu gegründeten Kloster lebten unter anderen zwei Nichten des hohen Geistlichen.

Als Patronin gegen das Fieber wurde die heilige Albina verehrt, denn immer wieder suchten Fie-berepedemien die Bevölkerung Jülichs mit seinen sumpfigen Gräben rund um die Festungsanlagen heim.

Zunächst sei die Heilige, die 1665 nach Jülich kam, mit barockem Pomp gefeiert worden, berichtete Prof. Bers, zumal auch ein Ablass mit ihrer Verehrung verbunden war. Doch im Laufe der Zeit geriet die Albina-Verehrung zusehends in Vergessenheit, bis Anfang des 20. Jahrhunderts Pfarrer Andreas Esser die Reliquie entdeckte und versuchte, ihre Verehrung wieder zu beleben. Eine Reihe von Stiftungen wohlhabender Bürger sollten helfen, das Albina-Fest zu reaktivierben.

Zu diesen Stiftungen zählt auch ein Garten, den der Lehrer Wilhelm Morsch der Pfarre vermachte, um der heiligen Albina alljährlich ein ebenso würdiges Fest auszurichten, wie der Christina von Stommeln. Bis in die 1930er Jahre fand diese Verehrung statt, doch seit der vollständigen Zerstörung Jülichs im Zweiten Weltkrieg sind sämtliche Erinnerungsstücke an die Heilige spurlos verschwunden.

Stiftung besteht bis heute

Der Garten befindet sich nach wie vor im Besitz der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt, doch wie der ehemalige Propst Heinrich Bongard betonte: „Er wirft nichts ab.“ Gleichwohl war diese Stiftung einer der Gründe, warum die Pfarrei den Druck der Broschüre mitfinanziert hat. Sie ist ab sofort für sieben Euro im Jülicher Buchhandel erhältlich.

Professor Bers arbeitet zurzeit schon an einer weiteren Veröffentlichung über die Heilige Apolonia in Broich.

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