Lich-Steinstraß - „Hirn“: Turbulente Horror-Komödie zu Einsteins Gehirn

„Hirn“: Turbulente Horror-Komödie zu Einsteins Gehirn

Von: ptj
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Herrin Dr. Franka Stein (Petra Brandt) bringt ihre Dienerinnen Ignatia (l. Heike Hilger) und Innocentia (Andrea Heinrichs) zur Räson. Im Hintergrund sind (v.l.) Staugsaugervertreter Harald Heinzelmann (Hans Nehr), Hochzeitsplanerin Daisy Dreamy (Rita Hamacher) und Pater Ambrosius (Hans Dieter Emunds) zu sehen. Foto: Jagodzinska

Lich-Steinstraß. Reichlich Situationskomik, Missverständnisse und Zweideutigkeit prägen die herrlich schräge Grusel-Horror-Kömodie „Hirn“ der Gruppe „Theaterlust“ aus dem Heimatverein Lich-Steinstraß, die gerade im Andreashaus ihre donnernd beklatschte Premiere feierte.

Im Grunde handelt es sich um eine Kömodie mit augenzwinkernden Grusel-Horror-Effekten wie phosphorizierenden Plastik-Gehirnen und ausgeklügelten Licht- und Geräusch-Effekten. Ein besonders Lob gebührt in diesem Zusammenhang dem Technikteam sowie den beiden ausdrucksstarken Hauptdarstellerinnen Heike Hilger und Andrea Heinrichs in der Rolle der einfältigen und schlafmützigen Dienerinnen Ignatia und Innocentia, die ganz nebenbei noch Regie führen.

Eine mobile Kulisse in Gestalt eines verkleideten Baustellengerüstes sorgt für die räumliche Einteilung von Labor und Empfangshalle. Erwähnenswert ist zudem, dass die Horrorkomödie von Sabine Misiorny und Tom Müller aus Dormagen erst in laufenden Jahr uraufgeführt wurde. Nach Bekunden von Organisator Herbert Hüpgen hat das Autorenteam fürs kommende Wochenende bereits Plätze für eine der weiteren Aufführungen im Andreashaus gebucht.

Worum geht es? Dr. Franka Stein (Petra Brandt), Großnichte von Albert Einstein und Herrin von Schloss Frankastein, setzte in zwölf Jahren intensiver Forschungsarbeit in der Zurückgezogenheit das Gehirn des verstorbenen Genies Einstein wieder zusammen. Bei dessen Tod 1955 hatte Pathologie Thomas Harvey nämlich entgegen dem Wunsch des Verstorbenen dessen Gehirn in 240 Einzelscheiben zerlegt, um es namhaften Gehirnforschern zur Verfügung zu stellen.

Von Gewissensbissen geplagt

Vor dem eigenen Tod von Gewissensbissen geplagt, hatte Harvey die Großnichte um die Komplettierung des Gehirns gebeten. Die Forscherin verfügt nun über eine „nobelpreiswürdige Errungenschaft“, die sie nun in den Körper eines noch nicht gefundenen Mannes mit passendem Adoniskörper einsetzen will. Weil sie weiß, dass der frisch Operierte mit dem Genie-Hirn sich in diejenige verlieben wird, die er als erstes zu Gesicht bekommt – nämlich sie selbst – lässt sie durch Ignatia und Innocentia bereits die Hochzeit planen. Ziel der Ehe zwischen zwei Genies ist natürlich die Weltherrschaft.

Einen Haken hat die Sache jedoch: „Um Punkt Mitternacht muss das Gehirn Einsteins verpflanzt sein, sonst wird es zu Brei“. Nun geben sich der dickbäuchige Pater Ambrosius (Hans-Dieter Emunds), die verirrte Hochzeitsplanerin Daisy Dreamy (Rita Hamacher), Staubsaugervertreter Harald Heinzelmann (Hans Nehr) und der verlorengegangene Reisende Siegfried Sieg (Ferdi Wagemann) im Schloss die Klinke in die Hand. In der zweiten Halbzeit stößt noch Siegs Verlobte Gloria Reich (Sandra Peters) auf der Suche nach ihrem Bräutigam dazu.

Nun werden unter anhaltenden Lachkrämpfen des Publikums mit Werkzeugen aus dem Baumarkt ideenreich Gehirne verpflanzt, Gehirnschäden zu verschleiern versucht und Brautmoden anprobiert.

Wer letztendlich wen mit wessen Gehirn zum Altar führt, soll indessen nicht verraten werden. Ein höchst vergnüglicher Abend ist jedenfalls garantiert.

Weitere Aufführungen folgen am Wochende 14./15. November um 19 bzw. 17 Uhr, sind aber bereits ausverkauft.

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