Linnich - Hinterbänkler mit Übersicht

Hinterbänkler mit Übersicht

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Hartmut Mandelartz (l.) und Michael Hintzen wollen bei der Kommunalwahl in Linnich um die Fahne der Unhabhängigen noch viele Anhänger scharen. Foto: Jonel

Linnich. Unabhängigkeit in der Politik ist Hartmut Mandelartz gewohnt. Als parteiloser Einzelkämpfer im Linnicher Stadtrat hat er fast eine komplette Wahlperiode hinter sich gebracht. Fast, weil er seit knapp zwei Wochen nicht mehr allein ist.

Der Mann aus Gereonsweiler ist seither der 50-Prozent-Anteil der neuen Fraktion im Stadtrat. PKL - Parteilose Kandidaten Linnichs - nennt sich der Zusammenschluss der Unabhängigen. Der zweite 50-Prozent-Mann in dem Team ist Michael Hintzen. Partei- und kommunalpolitisch ein alter Hase ist er als Unabhängiger noch ein Frischling.

„Als ich von der Unabhängigen Wählergemeinschaft gefragt wurde, auf Kreisebene zu kandidieren, lag mein Austritt aus Partei und Fraktion der SPD gerade mal 24 Stunden zurück.” Die Entscheidung der beiden Unabhängigen, sich im Linnicher Stadtrat zur Fraktion zusammenzuschließen, sei dann recht kurzentschlossen gefallen, erzählt Mandelartz.

Drei Monat vor der Kommunalwahl machen sich Mandelartz und Hintzen auf, eine neue politische Kraft in Linnich zu etablieren. Als Kandidaten der UWG für den Kreistag sind beide - wie berichtet - bereits nominiert. Auf Kreisebene besteht ein breiter Zusammenschluss von Unabhängigen, in Linnich mit seinen 13 Ortschaften sind Hintzen und Mandelartz hingegen auf sich allein gestellt. Noch.

„Ich habe schon mal rundgefragt. Es gibt eine große Zahl von Interessenten, die sich vorstellen könnten, in einem Wahlkreis Kommunalpolitik zu machen”, sieht der Mann aus Gereonsweiler die zu leistende Pionierarbeit optimistisch. Er habe ähnliche Erfahrungen gemacht, bestätigt Hintzen und erzählt von Schulterklopfen und Zustimmung nach seinem Parteiaustritt.

Das Credo der PKL ist das der Unabhängigen gemeinhin. Sicher ist, dass wir eine sehr bürgernahe Politik machen wollen.” Am Programm, an den konkreten Inhalten dieser bürgernahen Politik also, feilen die Beiden derzeit. Die Schulsituation im Nordkreis wird ein Thema sein”, sagt Hintzen.

Bei allen möglichen Bestrebungen, ein interkommunales Konzept zu erstellen, wollen die PKLer ihr Augenmerk auf die Sicherung des Schulstandorts Linnich richten, betont Mandelartz. Anders als in Jülich gebe es aus dem Linnicher Rathaus keine Signale, dass man sich auf die unweigerlichen Veränderungen der Schullandschaft vorbereite, sieht Hintzen dingenden Handlungsbedarf.

Der ÖPNV wird ein weiteres Schwerpunktthema sein. Es mache keinen Sinn, für Linnich als Einkaufsstadt zu werben, wenn man von den Dörfern nicht hin kommt, bringt es der Dörfer Mandelartz auf den Punkt. Eine Problematik, die sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels noch verschärfen werde. Hier ist ein weiteres Anliegen der PKL angerissen. Die Interessen der Dörfer, Linnich hat immerhin 12, wollen die Unabhängigen stärker betonen.

Natürlich will sich auch die PKL stark machen für regionale Projekte, von denen Linnich profitiert. Der Anschluss an die Bahnstrecke Aachen-Düsseldorf ist so eines. Dieses Ziel, das auch die etablierten politischen Kräfte anstreben, kann als Beispiel der politischen Einordnung der unabhängigen Mandatsträger im Linnicher Rat dienen.

„Wir wollen unsere Vorstellungen durchsetzen, von Fall zu Fall mit wem auch immer”, zeigt Hartmut Mandelartz keine Berührungsängste. Das schließt eine Koalitionsaussage aus. Ihre Freiheit, die selbstverständlich allen Fraktions- und Listenmitgliedern - Wir werden keine Partei sein, sondern wohl ein Verein.” - garantiert ist, wollen die PKL in der politischen Ausschuss- und Ratsarbeit nicht aufgeben.

Ihren Platz im Rat werden PKL-Fraktionsvorsitzender Michael Hintzen und Stellvertreter Hartmut Mandelartz genießen. Ganz hinten. „Da hat man den besten Überblick”, schmunzeln die Hinterbänkler.
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