Jülich - Hesselmann-Grundstück: Idee ist da, es fehlt des Geld

Hesselmann-Grundstück: Idee ist da, es fehlt des Geld

Von: Otto Jonel
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Hinter Gittern wächst Gras, wo einst Haus Hesselmann stand. Pläne zu einem Hotelbau an dieser Stelle gibt es, allein es fehlt das Geld, um die Pläne umszusetzen.

Jülich. Im Grundstückskatalog der Stadt Jülich ist das Fleckchen Erde, auf dem bis 2006 das „Haus Hesselmann“ stand eines mit Goldrand. Gerne belegt man solchen Baugrund mit der geschmackvollen Bezeichnung „Filetstück“. Angesichts der Spanne, die es mittlerweile brach liegt, ist es, um im Bild zu bleiben, inzwischen gut abgehangen. Reif für den Teller also.

 Auf einem solchen, dem Präsentierteller, wird es von der Stadtentwicklungsgesellschaft angeboten. Und es beileibe nicht so, dass niemand Appetit auf diesen Happen hätte. „Wir sind an der Thematik Hotelentwicklung dran“, bestätigt Frank Drewes, Geschäftsführer der SEG. Es gebe eine ernsten Interessenten, einen renommierten Hotelbetreiber, der sich schon in einem „letter of intent“, einer Absichtserklärung, mit der Perspektive Hotel am Rurufer konkreter befasst habe.

Die Vorstellung sind greifbar. Ein 80-Bettenhaus schwebt dem Betreiber vor, der sich auf Projekte in Mittelzentren spezialisiert hat. Die Voraussetzungen in Jülich sind attraktiv. Die Nähe zu den (Messe)Zentren Düsseldorf und Köln ist ein Standortplus. Von Jülich an den Rhein gelangt man etwa per Taxi recht schnell. Für die Fahrdienstbetriebe wären solche Fahrten ein Wirtschaftsfaktor. Für die Stadt ebenfalls.

Frank Drewes verweist auf Untersuchungen, wonach „in Jülich insgesamt ein deutlicher Rückgang der Übernachtungszahlen seit dem Jahr 2002 festzustellen ist“. Ursächlich hierfür ist gemäß einer von der SEG Jülich beauftragten Markt- und Standortanalyse das Fehlen eines adäquaten Hotelangebotes für Geschäftsreisende vor Ort, die daher verstärkt in die umliegenden Großstädte ausweichen würden.

Das hat sich mit dem Hotel „Kaiserhof“ unter seinem neuen Besitzer etwas gewandelt. Dort, heißt es, machen die Geschäftsreisenden bis zu 80 Prozent der Buchungen aus. Drewes sieht immerhin ein Unterscheidungsmerkmal. „Bei den Geschäftsreisenden geht der Trend hin zu Buchungen in Hotelketten.“ Das habe etwas mit vereinfachten Abrechnungen zu tun.

Keine Konkurrenzsituation sieht Drewes zwischen einem Hotel an der einen Seite des Parks und dem Jugendgästehaus an der anderen. Die Klientel beider Häuser wäre so unterschiedlich, als dass man sich ins Gehege käme.

Problematik

Natürlich ist dem SEG-Geschäftsführer, ist der Stadtpolitik, die Standortproblematik bewusst. Seit der Landesgartenschau 1998 würdigt die Stadt das napoleonische Erbe, das bis dahin kaum beachtet wurde. Die wirtschaftliche Nutzbarmachung des Hesselmann-Grundstückes steht im Widerspruch zu den Interessen des Geschichtsvereins. Der sähe das Grundstück am liebsten so wie es ist – unbebaut.

Für Frank Drewes, dessen Auftrag die Vermarktung ist, ist der Konflikt durch eine ausschließende Bedingung entschieden: Wenn Hotel, dann nur hier. „Alle potenziellen Betreiber haben immer Wert auf einen Standort gelegt, der etwas Einzigartiges hat.“ Diesen Charakter hat das Hesselmann-Grundstück unbestritten, ganz abgesehen von der verkehrsgünstigen Lage. Sollte an dieser Stelle kein Hotel realisiert werden können, „kriegen wir das an keinem anderen Standort in Jülich hin“.

Ein alles entscheidender Faktor fehlt den Hotel-Plänen noch: das Geld. Frank Drewes: „Wir sind auf der Suche nach Investoren.“ Im Mittelzentrum Jülich ist diese Finanzkraft offenbar nicht zu finden.

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