Rödingen - Herbstausstellung: Provokante Erotik-Plastiken polarisieren in Rödingen

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Herbstausstellung: Provokante Erotik-Plastiken polarisieren in Rödingen

Von: ptj
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Zeigen ihre Werke in der aktuellen Herbstausstellung in der „Galerie Alte Weberei“: (V.l.) Malerin Christa Walters, Bildhauer Jürgen Zaun und Bildhauerin und Keramikerin Christine Yagmaei. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Außergewöhnliche Aspekte bietet die aktuelle und bislang gut besuchte Herbstausstellung in der Galerie Alte Weberei in Rödingen. In der großen Scheune zeigt die Bildhauerin und Keramikerin Christine Yagmaei aus Pulheim einige für den europäischen Kulturkreis durchaus provokant empfundene Betonplastiken.

Aber „mit hohem ästhetischen Aspekt“, wie sie selbst betont. Die Provokation ist nicht die dargestellte Nacktheit, etwa in Gestalt einer steinernen und scheinbar träumenden Dame auf einem ausgebreiteten Tuch. Eine Steigerung erfährt ein dargestelltes Paar beim zärtlichen Liebesspiel.

Die wie auch immer geartete heftigere Reaktion des Betrachters – von überraschter Heiterkeit bis zum Entsetzen – erfolgt sicherlich bei einer freizügigen Darstellung einer Orgie auf einer Drehscheibe, die so keine Intimität auslässt. Die Darstellungsweise erinnert an den frühbarocken Kunstrevolutionär Caravaggio und seine Medusa.

Höhepunkt der Palette ist ein „Happening auf Anfrage“. Hier sind jeweils zwei Betrachter eingeladen, mittels zweier selbstgenähter Puppen zu hausgemachter Musik ein Liebesspiel nachzuempfinden. Die Betrachter schienen aber größtenteils abgeneigt, weil wie auch immer erlebte Intimität in einen geschützten Bereich gehöre.

Warum die provokante Art der Darstellung? Yagmaei missfällt die „seltsame Art der Thematisierung der Sexualität in den Medien“, wo es um Leistung, körperliche Schönheit, um Kick und Kommerz oder die rein sachliche Aufklärung geht. Ihr fehle dabei das „Tiefe, das Rührende, Essenzielle, die Kultur abseits von der Vermarktung, um das Fest der Kommunikation des Ying und Yang“.

Der in Neuss lebende Bildhauer Jürgen Zaun schafft hingegen plastische Bilder und Dialoge. Es geht um das Wechselspiel von Halten und Gehalten-Werden, um Lasten und Tragen. Zauns Werke, darunter etwa ein Fächer aus Granit und Stahl oder eine „Multiple“ aus Granit und Holz, finden irgendwo zwischen ihrer Naturform und vom Menschen vorgegebener Me­trik ihren Platz. Ohne festgeklebt zu sein, finden hier Steine an Konstruktionspunkten Halt, wo man es nicht vermuten würde, bei anderen Objekten liegen sie einfach nur auf, denn „sie müssen sich auch mal ausruhen“.

Dritte im Bunde der Aussteller ist die in Heinsberg wirkende Malerin Christa Walters. Ihre Bilder sind ein Zusammenwirken von Farbe, Licht und Raum, ein Ausloten von Gegensätzlichkeiten, etwa zwischen Fläche und Linie, Objekt und Bild oder Vielfarbigkeit und Monochromie.

In ihren Arbeiten auf Glas und Leinwand gewährt die Transparenz des Glases Einblicke, die aber durch die äußere Bemalung wieder beeinträchtigt werden. Walters geht es nicht um Realität, sie will ihre Wirklichkeit sichtbar machen, ein „verwirrendes Spiel zwischen Offenheit und Geschlossenheit“. Dazu sagt sie: „Ein geschriebenes Wort hat etwas beängstigend Festlegendes, es steht schwarz auf weiß. Ein Bild hingegen ist ein Angebot, in tiefe Räume einzutreten“.

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