Henn tischt Whisky, Mord und Gaumenschmaus auf

Von: Gerda Król
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Ein lustiger und unterhaltsamer Abend wurde die Lesung mit Carsten Sebastian Henn in der Buchhandlung Fischer. Foto: Kròl

Jülich. Seinen Büchern setzt er immer ein Zitat voraus und für dieses, sein jüngstes Werk, fand er den Ausspruch von W.C. Fields: „Man sollte immer eine kleine Flasche Whisky dabeihaben, für den Fall eines Schlangenbisses – und außerdem sollte man immer eine Schlange dabeihaben.“

Und um dieses kernige Getränk, genauer gesagt „Den letzten Whisky“, geht es im gleichnamigen Buch von Carsten Sebastian Henn, das er in der Buchhandlung Fischer vorstellte. Entsprechend gekleidet, im traditionellen schottischen Kilt, traf der Buchautor, Gastro- und Weinjournalist, Feinschmecker, Weinbauer und Whisky-Liebhaber in der voll besetzten Buchhandlung ein und wurde von Ellen Peters vorgestellt.

1973 geboren und seit 2008 ausschließlich als Schriftsteller und Journalist tätig, hat er schon so manchen Bestseller produziert. Aus seiner Feder entsprang ein erotischer Liebesroman ebenso wie kulinarische Liebesgeschichten oder die Krimireihe mit Sternekoch und Hobbydetektiv Julius Eichendorff, die an der Ahr spielt. Es gibt Krimis aus dem Piemont und aus Bordeaux, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie verbinden Spannung mit gutem Essen und Wein.

In Jülich nun beschränkte sich Henn auf „Der letzte Whisky“ ebenfalls Bestandteil seiner Reihe um den Protagonisten Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Adalbert Biertigheim, Inhaber eines Lehrstuhls für Kulinaristik, Feinschmecker, Buchautor und leidenschaftlicher Kriminalist. Ihn hat es schon an so manchen Ort verschlagen, doch dieses Mal führt ihn gutes Essen nach Schottland, wo er gemeinsam mit Gleichgesinnten den Geburtstag des bekanntesten schottischen Dichters Robert Burns begehen will. Und dann wird eine Leiche entdeckt, ausgerechnet auf der Isle of Ilay und in unmittelbarer Nachbarschaft einer bekannten Destillerie.

Keine Frage, dass der Professor, zu dessen Leidenschaften auch die Liebe zu einem guten Whisky gehört, sich sofort auf den Weg macht, dieses Verbrechen aufzuklären. Es folgen weitere Morde in auf der Insel angesiedelten Brennereien, doch Biertigheim wäre nicht Biertigheim, wenn er am Ende nicht alles aufklären könnte.

Lesevergnügen

Es ist nicht nur die spannende Handlung sondern es sind auch die schrulligen Personen, die dieses Buch zu einem Lesevergnügen machen. Ganz nebenbei erfährt der Leser auch noch etwas über die schottische Mentalität und kann sein Wissen über Whisky vertiefen. So begann Henn auch seine Lesung mit einer Einführung über die schottische Nationaltracht „den Kilt“. 7,5 Meter Stoff werden zu solch einem Faltenrock verarbeitet. Er erklärte die Bedeutung des Tartan (Karomuster), des Sgian (Messer, das im Strumpf getragen wird) oder des Sporran (der Tasche am Gürtel). „Meine Freunde behaupten sogar, dass ich nur einen Schottland-Krimi geschrieben habe, um einmal einen Kilt tragen zu können“, erklärte er und gab zu, dass er schon lange von der keltischen Kultur begeistert sie.

Diverse Geschmacksrichtungen

Natürlich mag er auch Whisky, ob er nun nach alten Autoreifen riecht, Mullbinden oder Vanille, treffend beschreibt er die verschiedenen Geschmacksrichtungen und legt sie gekonnt Prof. Biertigheim in den Mund.

Überhaupt dieser Professor, seine Freundin Hildegard zu Trömmsen und all die anderen Personen in seinem Buch haben es in sich. Henn: „Die Figuren müssen funktionieren.“

Was ist unter dem Kilt?

Darüber erlangt der Leser den Zugang zur Geschichte. „Es ist nun der 4. Band einer Serie und da muss die Hauptfigur stimmen, damit man auch als Autor lange Freude daran hat“, gestand Henn. Er enthüllte an diesem Abend auch die Antwort auf eine Frage, die viele Menschen bewegt. „Was trägt der Schotte denn nun wirklich unter seinem Kilt?“. Carsten Sebastian Henn verriet es nicht ohne ein gewisses Augenzwinkern: „Schottlands Zukunft“.

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