Helmut Wittkemper: Ein Richter mit Vorbildfunktion

Von: hfs.
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Aus den Händen von Landgerichtspräsident Dr. Stefan Weismann (re.) nahm der scheidende Direktor des Amtsgerichts Jülich, Helmut Wittkemper, seine Entlassungsurkunde entgegen. Foto: hfs.

Jülich. Zehn Jahre lang war er Richter am Amtsgericht in Jülich. Als amtierender Direktor wurde er nun in den Ruhestand verabschiedet. Helmut Wittkemper nahm aus der Hand von Dr. Stefan Weismann, Präsident des Landgerichts Aachen, die „Entlassurkunde” entgegen.

Richter, Rechtsanwälte, Notare, und Justizmitarbeiter waren eingeladen, als sich nun Helmut Wittkemper in den Ruhestand verabschiedete. Dabei blickte der 65-jährige auf seine letzten zehn Jahre zurück, die er am Amtsgericht Jülich als Richter verbrachte.

„Zugestandenermaßen war der Start nicht einfach”, meinte der scheidende Direktor. Schließlich sei er in eine Runde gekommen, „wo Leute seit 30 und mehr Jahren zusammengearbeitet haben.” Mit Fingerspitzengefühl, Respekt und freundschaftlicher Achtung sei aber daraus eine Runde geworden, „in der ich mich bis zum heutigen Tag wohlgefühlt habe”.

Dass das Amtsgericht Jülich gerade in seiner Zeit einem Umbruch unterworfen war - neue Technik, neue Sicherheitsvorschriften, Personalknappheit - habe die Arbeit nicht gerade leicht gemacht. „Aber ich darf heute sagen, dass wir es gemeinsam geschafft haben, dass unser Amtsgericht als schnell, zuverlässig und kompetent angesehen wird.”

An die insgesamt 41 Jahre dauernde Justiztätigkeit erinnerte Dr. Stefan Weismann als Präsident des Landgerichts Aachen. In dessen Zuständigkeitsbereich fällt das Amtsgericht, wobei der Gerichtsbezirk der Jülicher Justiz die Gemeinden Aldenhoven, Inden, Niederzier und Titz sowie die Städte Linnich und Jülich mit insgesamt knapp 91.500 Einwohnern umfasst.

„Sie waren vielen Kollegen immer ein Vorbild als Richter”, stellte Weismann in seiner Abschiedsrede heraus. Er verleugnete aber auch nicht die Kehrseite in Wittkempers Karriere. „Es ist einiges mit Blick auf gewisse Entscheidungen nicht richtig gelaufen. Man hat ihnen übel mitgespielt”, beließ es der Landgerichtspräsident nur bei Andeutungen. Aber er stellte Wittkempers Gelassenheit darüber in den Vordergrund.

Dass der künftige Ruheständler Musikliebhaber ist, wissen einige seiner Kollegen. Dass er aber als die Nummer 64 in der Aachener Domsingschule geführt wird, blieb bisher verborgen. „Aber am meisten hat mich tief beeindruckt, als sie in einem Konzert für Taubstumme die Gebärdensprache als ,singende Hände´ gebraucht haben”, meinte Weismann, um ihn offiziell mit Urkunde in den Ruhestand zu verabschieden.

Abschließend war es der Jülicher Anwalt Wolfgang Dehlen, der im Namen aller Jülicher Rechtsanwälte einen Kupferstich mit der Ansicht der alten Herzogstadt als Dank für die gute Zusammenarbeit überreichte.
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