„Helm auf” auf dem Drahtesel

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Die Verkehrssicherheitsberater
Die Verkehrssicherheitsberater Ralf Broichgans und Siggi Esser sowie Hartmut Dreßen und Wilfried Schmidt von der Verkehrswacht in Jülich informieren über sicheres Radfahren mit Helm. Foto: Wilbrand

Jülich. „Fahr Rad - aber immer mit Helm!” Das war das Motto der Verkehrssicherheitsaktion auf der Kölnstraße in Jülich.

Ralf Broichgans und Siggi Esser, Verkehrssicherheitsberater von der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Düren, sowie Hartmut Dreßen und Wilfried Schmidt von der Verkehrswacht Jülich, waren auf der Suche nach Antworten zur Frage „Warum tragen Sie beim Radfahren keinen Helm?”

Dazu sprachen sie Fahrradfahrer auf der Kölnstraße an. „Die meisten Leute sagen, dass das nicht gut aussieht oder unbequem ist”, sagt Hartmut Dreßen. „Bei Jugendlichen kommt dann noch hinzu, dass ein Helm uncool ist”, ergänzt Ralf Broichgans. Hier fehle zusätzlich oft die Vorbildfunktion der Eltern. „Eltern sagen ihren Kindern zwar, dass sie einen Helm tragen müssen, machen es aber selbst nicht”, berichtet Siggi Esser.

Dabei sei es vor allem für die Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen wichtig, einen Helm zu tragen, denn ihnen passieren statistisch die meisten Unfälle. Die Berater hatten auch Helme in verschiedenen Größen und Farben dabei. Die Verkehrsteilnehmer sollten sie einmal aufziehen und sich im Spiegel betrachten und dann raten, welcher Helm der günstigste sei. „Beim Helmkauf kommt es aber gar nicht darauf an, den teuersten zu kaufen. Die günstigen vom Discounter schneiden bei Stiftung Warentest auch ganz gut ab”, sagt Esser.

Gut sei es, einen Helm zu kaufen, dessen Kunststoffschale mit dem Styroporkern verschmolzen ist, denn das sei stabiler. Auch helle Farben sollten bevorzugt werden und Helme mit Reflektoren, denn die seien besser sichtbar. „Der Helm sollte auf jeden Fall vorher anprobiert werden, damit er gut sitzt, nicht kratzt und auch optisch gefällt.

Im Internet zu bestellen lohnt nicht, das ist wie mit Schuhen.” Auch auf Abschreckung setzen die Berater bei der Verkehrssicherheitsaktion. Auf einem Plakat sieht man beispielsweise eine Frau mit einer Narbe auf dem Kopf, die Unterschrift lautet „Fahren ohne Helm zerstört ihre Frisur”.

Und mit dem „Eierhelm-Test” machen die Aufklärer auf die Instabilität des Kopfes aufmerksam. „Wir legen das Ei in einen kleine Helm und lassen ihn fallen und zeigen, dass das Ei in so einem Fall ganz bleibt”, erklärt Dreßen. Die nächste Zielgruppe, die bei solchen Aktionen immer wichtiger werden wird, sind ältere Verkehrsteilnehmer und solche mit Elektrorädern. „Denn die fahren schneller als das Druchschnittsfahrad, eine Helmpflicht gibt es dafür allerdings leider noch nicht.”

Nur etwa 10 Prozent aller Radfahrer tragen zur Zeit einen Sicherheitshelm. Ärzte und Versicherungen fordern deshalb die Helmpflicht. Denn pro Tag verunglücken 190 Radfahrer, also etwa 70.000 im Jahr. 2010 starben in Deutschland 351 Radfahrer bei und nach Unfällen. Die Berater werden ihren Infostand wieder am Dienstag, 22. November, von 11 bis 14 Uhr auf der Kölnstraße in der Nähe des Eiscafés Valentino in Jülich aufstellen.
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