Barmen - Heiße Klänge zu kühlem Bier im Barmener Biergarten

Heiße Klänge zu kühlem Bier im Barmener Biergarten

Von: mavo
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Beim Konzert der „The Old Time Serenaders Jazzband“ im Barmener Biergarten war das Ergattern eines Sitzplatzes für die Besucher reine Glücksache. Foto: Vomberg

Barmen. Man nehme „Biergarten an der alten Schule“, dazu eine ausreichende Portion sommerliches Wetter und rundet das Ganze mit einer gehörigen Dosis der Musik von „The Old Time Serenaders Jazzband“ (OTSJ) ab. So einfach lautet die Zutatenliste für einen Jazz-Frühschoppen von bester Qualität.

Um eine Kostprobe dieser erlesenen Rezeptur zu genießen, versammelten sich die Gäste im Barmener Biergarten längst vor Beginn des Konzerts um elf Uhr. Diese Entscheidung wurde von vielen in weiser Voraussicht getroffen, denn schon kurze Zeit später waren alle Sitzplätze in der gemütlichen Anlage restlos besetzt.

Doch die Stehplätze wiesen schon bald ihre Vorteile auf. Bei der bravourösen Interpretation der heißen Rhythmen gestaltete sich das unbändige Mitwippen und Mitswingen auf diese Weise unkompliziert. Das Repertoire der Band reichte vom legendären „Jazz des schwarzen New Orleans“ über den Dixieland, Ragtime bis zu Klassikern der „Goldenen Swing-Ära“.

Das Septett mit Dietmar Schäfer (Trompete, Flügelhorn), Les Webb (Klarinette, Saxophon, Vocal), Reinhold Wagner (Posaune, Saxophon, Vocal), Armin Runge (Kontrabass), Klaus Diemer (Banjo, Gitarre) und Christoph Weber (Schlagzeug) ist seit rund 20 Jahren nicht nur ein fester Bestandteil der Düsseldorfer Jazz-Szene, sondern auch bestens bekannt in vielen deutschen und ausländischen Jazz-Clubs. Bei namhaften Festivals und Musikveranstaltungen ist die OTSJ stets ein gerngesehener Gast.

Frischer Jazz von älteren Herren

Die Musiker bezeichnen sich selbst als Rheinländische Band und beschreiben ihren Musikstil als „Frischer Jazz von (mittlerweile) älteren Herren“. Die Interpretation ihres breiten und anspruchsvollen Programms zeichnet die rheinländische Leichtigkeit, stilvolle Einfühlsamkeit für die gespielten Stücke sowie ein charmantes musikalisches Temperament aus.

Die humorvolle Moderation von Dietmar Schäfer ließ das Publikum in Barmen einen vertrauten und mitunter neckischen Umgang innerhalb der Band erahnen. So erklärte der Düsseldorfer augenzwinkernd, dass die lange Freundschaft mit seinem aus Köln stammenden Bandkollegen nur mit der Kraft der Musik zu erklären sei. Zudem spielen in der Band „fünf Musiker und ein Schlagzeuger“ zusammen.

In einer weiteren Anekdote verriet der gebürtige Brite, Les Webb, der „gerne als Rheinländer angesehen wird, falls man England dazu zählt“, seine Einstellung zum anstehenden EU-Austritt. Er bezeichnete sich selbst als einen Engländer, der nach dem „Brexit“ zum „Exbrit“ wird.

Der lebhafte Dialog mit den Zuschauern bildete jedoch lediglich einen willkommenen Rahmen für die kunstfertige Darbietung von verschiedenen Richtungen der Jazzmusik. Atemberaubende Soli der Musiker und Paradestücke für Gesang erheiterten die tolle Stimmung des Open-Air-Frühschoppens aufs Beste und sorgten für großen Beifall des Publikums. Davon sichtlich berührt zeigte sich Dietmar Schäfer, der Biergartenbetreiber Hans Riesen für die Organisation des Konzertes dankte.

„Wir freuen uns heute ganz besonders, vor diesem Publikum zu spielen. Die Möglichkeit, Dixieland-Musik zu präsentieren, wird von Jahr zu Jahr geringer“, sagte der Bandleader. Nicht minder zufrieden über die gelungene Veranstaltung erschien auch der Wirt. Er sorgte mit kalten Getränken und dem berühmten „Riesen-Schaschlik“ samt hausgemachten Bratkartoffeln gerne für das leibliche Wohl seiner Gäste.

Bereits seit 15 Jahren wird der „Biergarten an der alten Schule“ mit immer neuen Musikevents und guter Hausmannkost von den Besuchern gut angenommen. „Wir sind stets bemüht, den Aufenthalt unsere Gäste attraktiv zu gestalten. Bei einer Fahrradtour mit kleinem Zwischenstopp in unserem Biergarten gehört heute halt Jazzmusik dazu“, freute sich Riesen.

 

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